Bitcoin fiel gestern auf ein Zweiwochen-Tief von 78.000 USD, wodurch die Korrektur fortgesetzt wurde, bei der Händler ein bekanntes Warnsignal im Auge behalten. Die durchschnittliche realisierte Gewinnmarge der Händler erreichte 17 % – der höchste Wert seit Oktober 2025, kurz vor einem Crash, der Hebelpositionen im Wert von über 19 Milliarden USD auslöschte und Bitcoin von 126.000 USD auf 60.000 USD stürzen ließ. Dieselbe 17 %-Marke, kombiniert mit Bitcoin, das seinen 200-Tage-Gleitenden Durchschnitt als Widerstand testete, signalisierte laut Analyst Ali Martinez einen lokalen Höchststand im März 2022.
Gewinnmargen signalisieren eine Warnung
Martinez wies darauf hin, dass die aktuelle Konstellation jener früheren Periode ähnelt. Damals ging eine scharfe Umkehr voraus, als die Gewinnmargen bei 17 % lagen und Bitcoin gegen den 200-Tage-GD zu kämpfen hatte. Die Parallele lässt Händler bezweifeln, ob die diesmonatige Erholung – ein Anstieg von 38 % von 60.000 USD Anfang Februar auf fast 83.000 USD innerhalb einer Woche – an Schwung verliert. Bitcoin notierte gestern bei rund 78.000 USD, einem Niveau, das es zwar deutlich über dem Februar-Tief hält, aber weit entfernt von den Höchstständen ist.
Short-Seller bleiben aktiv
Nicht alle setzen auf eine Erholung. Analyst Doctor Profit shortet Bitcoin bereits seit 120.000 USD und warnt vor einem Absturz auf 50.000 USD oder darunter, falls sich die makroökonomischen Bedingungen verschlechtern. Er hält 70 % seiner Position in aktiven Short-Orders, wobei die Short-Positionen bei 82.000 USD aufgebaut wurden, und hat bereits einige Long-Positionen bei 71.000 USD und 75.000 USD geschlossen. Die aggressive Positionierung deutet darauf hin, dass er den aktuellen Aufschwung eher als Verkaufschance denn als Trendwende ansieht.
Argumente gegen einen Boden
Rekt Capital legte ein statistisches Argument gegen die Annahme eines Bodens vor. Sollte Bitcoin tatsächlich seinen Tiefpunkt erreicht haben, würde dies bedeuten, dass der Bärenmarkt auf ein Drittel seiner üblichen Dauer verkürzt wird, Korrekturen um etwa 25 % abflachen (historische Maximal-Korrekturen lagen bei etwa 10 %) und der vorherige Bullenzyklus um über 200 Tage verlängert wird. Er hält diese Kombination für „wahrscheinlichkeitstheoretisch unwahrscheinlich“. Kurz gesagt deuten die Daten darauf hin, dass diese Korrektur noch weiter gehen könnte, bevor ein nachhaltiger Tiefpunkt erreicht wird.
Keines davon garantiert die zukünftige Entwicklung von Bitcoin – Märkte neigen dazu, Muster zu durchbrechen. Doch mit Gewinnmargen, die ins Rote schlagen, Short-Sellern, die verstärkt agieren, und historischen Modellen, die auf weitere Abwärtsbewegung hindeuten, werden die kommenden Tage prüfen, ob die Erholung im Februar eine echte Trendwende oder lediglich ein Dead-Cat-Bounce war. Da in dieser Woche keine wesentlichen Katalysatoren anstehen, bleibt die Kursentwicklung den Charts und der makroökonomischen Stimmung überlassen.




