Bitcoin fiel am Dienstag erstmals seit April unter 67.000 US-Dollar, was eine Verkaufswelle verlängert, die seit Beginn der Woche bereits 1,5 Milliarden US-Dollar an Hebelpositionen auf den Kryptomärkten liquidiert hat. Der Rückgang ereignete sich, während Geld in US-Aktien fließt, nicht als Krypto-spezifischer Zusammenbruch, so eine neue Analyse von Binance Research.
Kapitalströme, keine Krypto-Krise
Binance Research führt den Bitcoin-Rückgang hauptsächlich auf Kapitalabflüsse in Richtung US-Aktien zurück. Das Unternehmen betont, dass derzeit keine Krypto-native Krise den Rückgang antreibt – weder ein Börsenhack, noch eine regulatorische Schockwelle, noch eine Stablecoin-Entkopplung. Die Konsequenz: Sobald sich die Rotation der Aktienmärkte erschöpft, sollte die Liquidität schneller zurückfließen als nach einem echten, kryptospezifischen Ereignis.
Der CBOE Dispersion Index erreicht 42
Der CBOE Dispersion Index (DSPX) erreichte am Dienstag 42, den dritthöchsten Wert aller Zeiten. Dieser Index misst, wie konzentriert die Anlegergelder im S&P 500 sind. Ein derart hoher Wert bedeutet, dass die meisten Aktiengelder nur wenigen Themen folgen – vermutlich KI und Halbleiter – und alles andere, einschließlich Krypto, kapitalarm zurückbleibt. Es ist dasselbe Muster, das Bitcoin im vierten Quartal 2023 um 39 % nach unten zog, als dieselben KI-Themen um 200 % stiegen.
Historische Vorbilder für Aktienrotationen
In der Analyse von Binance Research werden fünf frühere Episoden beschrieben, bei denen eine starke Aktienrotation mit einem Bitcoin-Rückgang einherging. 2015 fiel BTC um etwa 20 %, 2016 um rund 18 %. 2018 war am schlimmsten: ein Absturz von 68 %. 2022 gab es einen Rückgang von 50 %. Und das vierte Quartal 2023 – das jüngste Analogon – sank um 39 %, als der KI-Handel explodierte. Die aktuelle Triple-Rotation im zweiten Quartal 2024 (kein Tippfehler; die Analyse bezieht sich auf diesen Zeitraum) ließ BTC um etwa 11 % fallen, und der Rückgang setzt sich laut Bericht weiter fort.
Zeitrahmen für die Erholung
Binance Research analysierte vergangene Episoden, in denen der DSPX ohne kryptospezifische Krise seinen Höchststand erreichte. In diesen Fällen erreichte Bitcoin innerhalb von 0 bis 20 Wochen den Tiefpunkt, mit einem Median von etwa 2 Wochen. Das Unternehmen argumentiert, dass die Erholung bei der aktuellen, nicht kryptospezifischen Verkaufswelle schneller eintreten sollte als im ungünstigsten Fall dieses Zeitraums – vorausgesetzt, die Kapitalströme in Aktien verschlechtern sich nicht zuvor.
Die Frage ist nun, wie lange die Aktienrotation anhält. Der DSPX könnte weiter steigen, bevor er sich umkehrt. Sollte sich die historische Entwicklung jedoch fortsetzen und keine Krypto-Krise einsetzen, könnte die kommende Zeit eher einen Tiefpunkt als einen tieferen Absturz bringen.




