Michael Saylor ist zurück mit einer neuen Reihe kühner Bitcoin-Prognosen. Der Vorsitzende von MicroStrategy erklärte diese Woche in einem Interview, dass Bitcoin eine durchschnittliche jährliche Rendite von 30 % erzielen werde – etwa das Dreifache der historischen Performance des S&P 500 – und sagte voraus, dass die Kryptowährung bis 2045 13 Millionen Dollar erreichen werde. Er bezeichnete 60.000 Dollar zudem als Untergrenze für Bitcoin und beschrieb den aktuellen Markt als eine 'Frühlingsphase' vor einem großen Ausbruch.
Das 13-Millionen-Dollar-Ziel und die 'Frühlingsphase'
Saylors langfristiger Ausblick basiert auf einer jährlichen Verzinsung von 29 % über 19 Jahre, eine Berechnung, die seiner Aussage nach auf dem festen Angebot von Bitcoin und der wachsenden institutionellen Akzeptanz beruht. Er erwartet, dass Bitcoin bis 2035 Gold in der gesamten Marktkapitalisierung überholen wird. Für die nahe Zukunft beschrieb er die aktuelle Kursentwicklung als eine gespannte Feder – was darauf hindeutet, dass Geduld die Inhaber belohnen wird, selbst wenn der Vermögenswert in letzter Zeit zu kämpfen hatte.
Bitcoin vs. S&P 500 – die Lücke in diesem Jahr
Der Zeitpunkt von Saylors Zuversicht ist bemerkenswert. Zum Zeitpunkt seines Interviews lag Bitcoin seit Jahresbeginn um 12 % im Minus, während der S&P 500 um 8 % zugelegt hatte. Das ist eine Differenz von 20 Punkten. Saylor lässt sich davon nicht beeindrucken. Er argumentiert, dass Treasury-Strategien auf Regierungsebene und der institutionelle Pipeline letztlich das Blatt wenden und langfristig Renditen liefern werden, die Aktien in den Schatten stellen.
Regulatorische Rückenwinde auf zwei Fronten
Zwei Entwicklungen im Kapitol und bei der SEC könnten Saylors These untermauern. Der CLARITY Act hat diesen Monat mit überparteilicher Unterstützung den Bankenausschuss des US-Senats passiert – ein seltenes Zeichen für parteiübergreifende Dynamik bei Kryptogesetzen. Parallel dazu wird erwartet, dass die SEC Innovationsausnahmerichtlinien für die Tokenisierung von Wertpapieren in Kryptonetzwerken veröffentlichen wird. Beide Schritte deuten auf ein regulatorisches Umfeld hin, das sich langsam öffnet – nicht verschärft –, was Saylor neben dem festen Angebot und der institutionellen Akzeptanz als Wachstumstreiber anführte.
Was kommt als Nächstes? Der CLARITY Act geht nun in die Plenardebatte des Senats. Ein Termin steht noch nicht fest, aber die Abstimmung im Ausschuss gibt den Befürwortern einen konkreten Meilenstein, auf den sie aufbauen können. Die Tokenisierungsrichtlinien der SEC werden in den kommenden Wochen erwartet. Für Saylor sind das genau die Art von Katalysatoren, auf die er setzt, um Bitcoin von seiner Frühlingsphase in den nächsten Anstieg zu führen.




