Fenwick & West, die Anwaltskanzlei, die während der schnellen Expansion von FTX als führender externer Rechtsberater fungierte, hat sich bereit erklärt, 54 Millionen Dollar zu zahlen, um Forderungen von Kunden beizulegen, die bei dem Zusammenbruch der Börse im Jahr 2022 Geld verloren haben. Der Vergleich wurde beim Bundesgericht in Miami eingereicht und bedarf noch der Zustimmung des US-Bezirksrichters K. Michael Moore. Die Kanzlei hat Kenntnis von den betrügerischen Aktivitäten von FTX bestritten und erklärt, sie habe von dem Betrug nichts gewusst.
Größte Auszahlung der zweiten Welle
Die Summe von 54 Millionen Dollar macht dies zum größten Vergleich in einer zweiten Welle von FTX-bezogenen Sammelklage-Vereinbarungen. Zu den weiteren Deals dieser Welle gehören 11,75 Millionen Dollar vom ehemaligen FTX-Prüfer Prager Metis und 420.000 Dollar vom früheren Miami-Heat-Spieler Udonis Haslem. Die Kläger hatten behauptet, Fenwick habe bei der Entwicklung von Strategien geholfen, die den Betrug ermöglichten. Die Kanzlei hat kein Fehlverhalten eingeräumt.
Fortschritte bei der Rückzahlung für Kunden
Der FTX-Recovery-Trust verteilte im März 2026 rund 2,2 Milliarden Dollar, womit die kumulierten Rückzahlungen auf fast 10 Milliarden Dollar anstiegen. Mehrere Kundengruppen – darunter viele US-basierte Nutzer – haben vollständige oder nahezu vollständige Rückzahlungen erreicht. Bei dem Zusammenbruch selbst wurden schätzungsweise 11–13 Milliarden Dollar an Kundengeldern an Alameda Research umgeleitet, was damals eine globale Krypto-Marktkapitalisierung von 200 Milliarden Dollar vernichtete.
Bankman-Frieds Fall geht weiter
FTX-Gründer Sam Bankman-Fried wurde 2024 wegen Betrugs und Verschwörung verurteilt und zu 25 Jahren Haft verurteilt. Er hat Berufung eingelegt. Der Fenwick-Vergleich hat keinen Einfluss auf seinen Fall.
Als Nächstes: Die Zustimmung von Richter Moore. Wenn er zustimmt, fließen diese 54 Millionen Dollar an die Kunden – und ein weiteres Kapitel der FTX-Saga schließt sich, auch wenn die Anwaltskanzlei es nicht als Eingeständnis bezeichnet.




