Die meisten Zahlungen von KI-Agenten sind zu gering, um die Standardgebühr von Visa auszulösen. Ein neuer Bericht von Keyrock zeigt, dass 76 % der KI-Agenten-Transaktionen unter Visas Schwelle von 0,30 Dollar liegen. Seit Mai 2025 haben diese Maschinen über 73 Millionen Dollar bei rund 176 Millionen Transaktionen abgewickelt.
Die Gebührenschwelle und ihre Auswirkungen
Visa verlangt 0,30 Dollar pro Transaktion. Doch die überwältigende Mehrheit der KI-Agenten-Zahlungen – denken Sie an Mikrotransaktionen für Daten, Rechenleistung oder API-Aufrufe – ist viel günstiger. Die Daten von Keyrock zeigen, dass drei von vier KI-Agenten-Überweisungen diese Gebührenuntergrenze nie erreichen. Das ist ein Problem für traditionelle Zahlungsnetzwerke. Ihr Geschäftsmodell basiert auf Volumen plus einer Gebühr pro Tick. Wenn der Transaktionswert nahe Null liegt, frisst die Gebühr das Ganze auf.
Es geht nicht nur um die Kosten. Auch die Architektur ist entscheidend. Es haben sich vier konkurrierende Zahlungssysteme speziell für KI-Agenten herausgebildet. Jedes von ihnen behandelt diese winzigen Zahlungen anders. Einige nutzen Layer-2-Lösungen, andere setzen auf dedizierte Blockchains. Keines von ihnen verwendet die Schienen von Visa.
Vier rivalisierende Architekturen nehmen Gestalt an
Der Bericht von Keyrock identifiziert vier unterschiedliche Ansätze. Einer ist ein blockchainbasierter Mikrozahlungskanal. Ein weiterer verwendet ein tokenisiertes Kreditmodell. Ein dritter setzt auf Off-Chain-Abrechnung mit On-Chain-Endgültigkeit. Der vierte ist ein Hybrid, der die Gebühr zwischen dem Agenten und dem Netzwerk aufteilt. Alle vier zielen darauf ab, die 0,30-Dollar-Hürde zu umgehen. Keiner hat sich bisher durchgesetzt.
Der Bericht nennt keine konkreten Plattformen. Aber es ist klar, dass der Bereich fragmentiert ist. Entwickler bauen auf Geschwindigkeit und niedrige Kosten. Sie bauen nicht für Visas Gebührentabelle.
Transaktionsvolumen sprechen Bände
Seit Mai 2025 haben KI-Agenten 176 Millionen Transaktionen durchgeführt. Das ist eine Menge. Der Gesamtwert von 73 Millionen Dollar wirkt im Vergleich zu menschlichen Zahlungen bescheiden, aber das Volumen ist massiv. Jede Transaktion ist winzig – durchschnittlich etwa 0,41 Dollar. Das liegt für die meisten Einzelüberweisungen unter Visas Schwelle von 0,30 Dollar, aber nur knapp. Die eigentliche Aktivität findet im langen Schwanz statt: 76 % der Zahlungen sind noch kleiner.
Diese Zahlen stammen von Keyrock, einem Market-Making- und Forschungsunternehmen, das On-Chain-Aktivitäten verfolgt. Sie weisen darauf hin, dass die Daten nur öffentlich sichtbare Blockchain-Transaktionen abdecken. Private oder Off-Chain-Geschäfte könnten das Bild verändern.
Die vier Architekturen befinden sich noch in der frühen Testphase. Keine hat die breite Akzeptanz erreicht. Entwickler beobachten, welches Netzwerk die meisten Transaktionen pro Sekunde bewältigen kann, während die Gebühren nahe Null bleiben. Der Gewinner könnte einen großen Teil der KI-Agenten-Wirtschaft erobern. Der Verlierer könnte nicht überleben.
Es gibt keine festgelegte Frist. Aber der Druck steigt. Jeden Tag kommen mehr Agenten online. Jeden Tag müssen sie für etwas bezahlen. Die Frage ist, welches Zahlungssystem sie nutzen werden – und ob Visa sich anpassen kann, bevor es ganz außen vor bleibt.




