Die italienische Banca Sella hat als erste Bank des Landes eine Genehmigung nach der EU-Verordnung über Märkte für Krypto-Assets (MiCA) erhalten. Die Zustimmung der Regulierungsbehörden bedeutet, dass das fast 150 Jahre alte Institut seinen Kunden Krypto-Verwahrung und -Transferdienste anbieten kann – ein Novum für eine traditionelle italienische Bank unter dem neuen einheitlichen Regelwerk der EU.
Warum die MiCA-Genehmigung wichtig ist
MiCA, die umfassende Krypto-Regulierung der EU, trat Anfang dieses Jahres in Kraft. Sie schafft ein einheitliches Lizenzsystem in allen Mitgliedstaaten und ersetzt das zuvor geltende Flickwerk nationaler Vorschriften für digitale Vermögenswerte. Bislang hatte keine italienische Bank einen MiCA-Pass erhalten. Die Genehmigung für die Banca Sella zeigt, dass etablierte Finanzinstitute bereit sind, in den regulierten Krypto-Raum einzusteigen, anstatt ihn allein Startups zu überlassen.
Die Bank selbst hat sich nicht öffentlich zu der Genehmigung geäußert, aber der Antragsprozess soll mehrere Monate gedauert haben und eine detaillierte Einhaltung der MiCA-Standards für Kapital, Verwahrung und Verbraucherschutz erfordert haben.
Was die Banca Sella nun tun kann
Mit der Lizenz kann die Banca Sella Krypto-Assets ihrer Kunden verwahren und Transfers zwischen Wallets ermöglichen. Das ist ein großer Schritt für eine Bank, die sich traditionell auf Vermögensverwaltung und gewerbliche Kredite konzentriert hat. Die Dienste sollen im Laufe dieses Jahres starten – die Bank hat angekündigt, dass sie im Jahr 2026 beginnen, voraussichtlich in den kommenden Monaten.
Damit liegt die Banca Sella vor größeren italienischen Wettbewerbern, die bisher abseits standen. UniCredit und Intesa Sanpaolo haben beispielsweise Blockchain-Technologie erkundet, aber noch keinen MiCA-Antrag gestellt.
Wie es weitergeht
Andere europäische Banken beobachten die Entwicklung genau. MiCA-Lizenzen werden schrittweise in der gesamten EU vergeben – Deutschland und Frankreich haben einige wenige Genehmigungen erteilt, meist an krypto-native Unternehmen. Die Genehmigung für die Banca Sella könnte weitere Institute dazu bewegen, noch vor Jahresende Anträge zu stellen, wenn die Übergangsfrist für bestehende Krypto-Unternehmen ausläuft.
Für italienische Krypto-Nutzer bedeutet die Entwicklung, dass eine vertraute, regulierte Bank ihre digitalen Vermögenswerte verwahren kann – möglicherweise die Notwendigkeit reduzierend, auf unregulierte Börsen oder ausländische Verwahrer zurückzugreifen. Der wahre Test wird sein, ob die Kunden ihre Coins tatsächlich in die Bücher der Banca Sella übertragen, sobald der Dienst live ist.




