Der Bitcoin-Mining-Schwergewichtler Poolin hat in New Jersey Chapter-11-Insolvenzschutz beantragt, wie das Unternehmen diese Woche bestätigte. Der Antrag, eingereicht beim US-Bankrottgericht für den Bezirk New Jersey, markiert eine der größten Insolvenzen im Krypto-Mining der letzten Jahre. Poolin, das Mining-Pools und zugehörige Dienstleistungen betreibt, wird den Geschäftsbetrieb während der Ausarbeitung eines Restrukturierungsplans mit den Gläubigern fortsetzen.
Was Chapter 11 für Poolin bedeutet
Chapter 11 erlaubt einem Unternehmen, den Betrieb fortzuführen, während es eine Möglichkeit zur Rückzahlung seiner Schulden aushandelt. Der Prozess gibt dem Unternehmen in der Regel die alleinige Kontrolle über das Geschäft – bekannt als „Debtor-in-Possession“ –, es sei denn, das Gericht bestellt einen Treuhänder. Für Poolin bedeutet dies, dass seine Mining-Aktivitäten weiterlaufen können, während es versucht, eine Einigung mit Kreditgebern und anderen Gläubigern zu erzielen. Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Unternehmens wurden im ersten Antrag nicht offengelegt, doch der Fall wird voraussichtlich sowohl von der Krypto-Branche als auch von traditionellen Insolvenzbeobachtern genau verfolgt werden.
Warum New Jersey?
Poolins Wahl von New Jersey als Gerichtsstand ist bemerkenswert. Das Bundesinsolvenzgericht des Bundesstaates hat bereits eine Reihe prominenter Unternehmensrestrukturierungen bearbeitet, und sein Kalender ist dafür bekannt, Fälle effizient zu behandeln. Der Hauptgeschäftssitz des Unternehmens liegt nicht in New Jersey, aber der Antrag deutet darauf hin, dass es ausreichende Verbindungen zum Gerichtsstand hat – möglicherweise über eine Tochtergesellschaft oder einen eingetragenen Vertreter –, um die rechtlichen Anforderungen zu erfüllen. Der Fall wurde einem Richter zugewiesen, ein Anhörungstermin steht jedoch noch nicht fest.
Was als Nächstes passiert
In den kommenden Wochen wird Poolin eine Liste seiner größten ungesicherten Gläubiger sowie eine Aufstellung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten einreichen. Das Gericht wird dann eine Frist für die Vorlage eines vorgeschlagenen Restrukturierungsplans setzen. Die Gläubiger haben die Möglichkeit, Einwände zu erheben, und falls kein einvernehmlicher Plan zustande kommt, könnte der Fall zu einem streitigen Verfahren werden. Vorerst bleiben die Mining-Pools von Poolin online, und das Unternehmen erklärt, dass es beabsichtigt, seine Kunden während des gesamten Prozesses weiter zu bedienen.




