Bitcoin- und Ethereum-Exchange-Traded-Funds (ETFs) verzeichneten am Donnerstag, den 24. Juli, gemeinsame Abflüsse von 311 Millionen US-Dollar – der höchste Tagesabfluss seit Mitte Juni. BlackRocks IBIT war der Haupttreiber und machte den Großteil der Verkäufe in einer Sitzung aus, die Händler überraschte. Die Abflüsse erfolgen vor dem Hintergrund zunehmender geopolitischer Spannungen, die risikobehaftete Anlagen insgesamt verunsichert haben.
BlackRocks IBIT führt die Verkaufswelle an
IBIT, der größte Spot-Bitcoin-ETF nach verwaltetem Vermögen, verzeichnete laut Daten von GFdaily Netto-Rücknahmen von rund 240 Millionen US-Dollar allein. Dieser einzelne Fonds machte fast 80 % aller Bitcoin-ETF-Abflüsse an diesem Tag aus. Ethereum-ETFs trugen weitere 71 Millionen US-Dollar an Nettoabflüssen bei, wobei die Verkäufe jedoch auf mehrere Emittenten verteilt waren und sich nicht auf einen Fonds konzentrierten.
Der Zeitpunkt ist nicht ideal. Bitcoin-ETFs hatten in der ersten Julihälfte eine bescheidene Gewinnserie verzeichnet und in den vorangegangenen drei Wochen etwa 1,2 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Der Donnerstag löschte einen beträchtlichen Teil dieser Gewinne in einer einzigen Sitzung aus.
Geopolitischer Hintergrund belastet die Stimmung
Der Ausverkauf erfolgte, während Schlagzeilen aus Osteuropa und dem Nahen Osten die Händler in Atem hielten. Eskalierende Rhetorik zwischen den Großmächten und eine am Mittwoch angekündigte neue Sanktionsrunde verunsicherten sowohl Krypto- als auch Aktienmärkte. Bitcoin fiel am Donnerstag um etwa 3 %, während Ethereum um mehr als 4 % nachgab, bevor es sich im späten Handel leicht erholte.
ETF-Abflüsse folgen in der Regel eher den Kursbewegungen, als dass sie sie anführen. Die Rücknahmen am Donnerstag spiegeln daher wahrscheinlich eine verzögerte Reaktion auf die geopolitischen Nachrichten wider. Dennoch deutet die Konzentration der Verkäufe auf IBIT darauf hin, dass institutionelle Anleger – und nicht private Tageshändler – Geld abgezogen haben.
Ausblick: Was als Nächstes zu beachten ist
Die Abflussdaten vom Freitag werden der erste echte Test sein. Sollten die Abflüsse anhalten, wäre dies der erste aufeinanderfolgende Tag mit Nettoabflüssen seit Ende Juni. Falls die Verkäufe nachlassen, könnte der Donnerstag als einmaliger Ausreißer abgetan werden. In jedem Fall werden die geopolitischen Schlagzeilen nicht verschwinden, und der ETF-Markt zeigt nun, dass er nicht immun gegen die makroökonomische Stimmung ist.




