Das FBI untersucht eine Malware-Kampagne, bei der nach dem Herunterladen infizierter Videospiele mindestens 220.000 US-Dollar aus Kryptowährungs-Wallets gestohlen wurden. Die Angreifer haben laut der Behörde mindestens 80 Wallets kompromittiert, indem sie bösartigen Code in Spielinstallationsdateien versteckten. Das FBI sucht nun nach möglichen Opfern und arbeitet daran, die gestohlenen Gelder zurückzuverfolgen.
Wie die Malware funktionierte
Die Malware war in herunterladbaren Videospielen versteckt – vermutlich in Raubkopien oder inoffiziellen Versionen. Wenn Nutzer die infizierten Dateien ausführten, extrahierte die Malware private Schlüssel und Seed-Phrasen aus ihren Krypto-Wallets. Das FBI hat die konkreten Spiele nicht genannt, warnte jedoch, dass die Installationsprogramme so gestaltet waren, dass sie legitim wirkten.
Die Kampagne wurde bekannt, nachdem eine Häufung von Meldungen über kompromittierte Wallets gemeldet wurde. Die bestätigten Gesamtverluste belaufen sich auf 220.000 US-Dollar, wobei die tatsächliche Zahl höher liegen könnte, da weitere Opfer sich melden.
Was das FBI derzeit unternimmt
Die Behörde hat eine öffentliche Warnung herausgegeben und bittet alle, die den Verdacht haben, dass ihr Wallet kompromittiert wurde, eine Meldung beim Internet Crime Complaint Center (IC3) des FBI einzureichen. Betroffene sollten Transaktionsdetails und Wallet-Adressen angeben. Das FBI empfiehlt außerdem, verbleibende Gelder sofort auf ein neues Wallet zu transferieren und auf dem betroffenen Gerät einen vollständigen Sicherheitsscan durchzuführen.
Worauf Nutzer achten sollten
Es ist nicht das erste Mal, dass Malware in Spiele-Downloads versteckt wurde, aber das Ausmaß der Wallet-Kompromittierung ist bemerkenswert. Das FBI rät, Spiele nur aus offiziellen Quellen herunterzuladen, für die langfristige Aufbewahrung Hardware-Wallets zu verwenden, die Zwei-Faktor-Authentifizierung für Exchange-Konten zu aktivieren und Wallet-Software sowie Antivirenprogramme stets aktuell zu halten.
Der Zeitpunkt ist für eine Branche, die bereits mit Phishing-Betrügereien und Exchange-Hacks zu kämpfen hat, nicht ideal. Eine Beute von 220.000 US-Dollar mag im Vergleich zu manchen Exchange-Einbrüchen gering erscheinen, aber für einzelne Opfer kann der Verlust des Zugriffs auf ihre Wallets verheerend sein.
Die Ermittlungen laufen noch. Das FBI hat weder die Täter noch die in der Kampagne verwendeten Spiele identifiziert. Es könnten weitere Opfer auftauchen, wenn sich die Nachricht verbreitet. Krypto-Nutzer sollten bei verdächtigen Downloads wachsam bleiben und ihre Wallets auf unbefugte Transaktionen überwachen – die Malware könnte auf kompromittierten Rechnern noch aktiv sein.




