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Glassnode warnt: Fast 10 % des Bitcoin-Angebots sind Quantenrisiken ausgesetzt

Glassnode warnt: Fast 10 % des Bitcoin-Angebots sind Quantenrisiken ausgesetzt

Laut On-Chain-Analysen von Glassnode befindet sich fast jeder zehnte im Umlauf befindliche Bitcoin in Adressen, die von einem ausreichend leistungsfähigen Quantencomputer potenziell geknackt werden könnten. Das Unternehmen schätzt, dass etwa 10 % des gesamten Bitcoin-Angebots – Münzen in älteren Formaten oder in wiederverwendeten Adressen – strukturell der mathematischen Bedrohung ausgesetzt sind, die Quantenmaschinen für die Elliptische-Kurven-Kryptografie darstellen. Glassnode drängt das Netzwerk, quantensichere Lösungen zu übernehmen und verweist dabei auf den BIP-360-Vorschlag als notwendigen nächsten Schritt.

Warum diese Zahl wichtig ist

Die Sicherheit von Bitcoin beruht derzeit auf der Schwierigkeit, digitale Signaturen auf Basis elliptischer Kurven umzukehren. Ein Quantencomputer mit ausreichend stabilen Qubits könnte dies theoretisch in Minuten erledigen. Bei den 10 % geht es nicht um verlorene oder ruhende Coins, sondern um Coins, deren öffentliche Schlüssel in der Blockchain offengelegt wurden – entweder durch Adresswiederverwendung oder ältere Zahlungsskripte. Das macht sie zur leichten Beute in einer Post-Quanten-Welt.

Die Analyse von Glassnode nennt keinen Zeitrahmen, aber die Warnung ist deutlich. Selbst wenn ein groß angelegter Quantencomputer noch Jahre entfernt ist, bedeutet die heutige Gefährdung, dass das Zeitfenster zur Absicherung des Protokolls begrenzt ist.

Der Lösungsvorschlag auf dem Tisch

BIP-360, kurz für Bitcoin Improvement Proposal 360, beschreibt einen Weg, das Netzwerk auf quantenresistente Signaturschemata umzustellen. Es handelt sich nicht um einen Soft Fork, den man an einem Wochenende durchführen kann. Der Vorschlag würde breite Zustimmung von Minern, Node-Betreibern und Entwicklern erfordern. Glassnode betont, dass es jetzt an der Zeit sei, das Gespräch – und die Arbeit – zu beginnen, um späteres Chaos zu vermeiden.

Die Sprache des Unternehmens ist dringlich, aber nicht alarmistisch. Es wird betont, dass das Risiko real, aber beherrschbar ist, wenn die Gemeinschaft besonnen handelt. Bisher wurde keine Börse oder Wallet durch Quantenangriffe kompromittiert; dies ist eine präventive Warnung.

Was als Nächstes passiert

BIP-360 ist nicht im Mainnet aktiv. Es ist noch ein Vorschlag, und es gibt kein Datum für eine Abstimmung. Aber die Daten von Glassnode liefern Befürwortern ein klares Argument: Rund 1,9 Millionen Bitcoins befinden sich derzeit in gefährdeten Adressen. Das sind bei aktuellen Kursen etwa 120 Milliarden US-Dollar. Die Uhr tickt nicht laut, aber sie tickt.