Hive Blockchain hat in den vergangenen 12 Monaten nahezu 2.900 Bitcoin abgebaut – eine Ausbeute, die zu aktuellen Preisen etwa 200 Millionen US-Dollar wert ist. Das kanadische Unternehmen bleibt nicht bei Krypto stehen. Es ist nun im Wettlauf, das seiner Ansicht nach größte private KI-Datenzentrum des Landes zu errichten, eine Wette darauf, dass die Rechenleistungsknappheit durch künstliche Intelligenz jeden Rückgang der Mining-Margen überdauern wird.
Nahezu 2.900 Bitcoin abgebaut
Diese Produktionszahl – nahezu 2.900 BTC – macht Hive zu einem der führenden börsennotierten Miner nach Ausbringung. Das Unternehmen betreibt seine Anlagen weitgehend mit grüner Energie in Schweden, Island und Kanada, was die Stromkosten niedrig hält und regulatorische Probleme umgeht, die fossile Miner manchmal treffen. Die Zahl von 2.900 entspricht etwa 0,14 % aller im vergangenen Jahr abgebauten Bitcoin, ein Anteil, der für ein einzelnes Unternehmen klein, aber nicht unbedeutend ist.
Bau des größten privaten KI-Datenzentrums Kanadas
Das neue Projekt markiert einen Strategiewechsel. Hive nutzt Teile seiner bestehenden Mining-Lagerhallen in Quebec um, um GPUs für KI-Arbeitslasten unterzubringen – Modelle trainieren, Inferenzaufgaben ausführen, Hochleistungsrechnen für Kunden bereitstellen. Das Unternehmen gibt an, die Anlage werde Kanadas größtes privates KI-Datenzentrum sein, gemessen an Stromkapazität und Fläche. Das ist eine kühne Behauptung in einem Land, in dem Google, Microsoft und Amazon bereits massive Cloud-Regionen etabliert haben. Doch Hive setzt darauf, wettbewerbsfähig zu sein, indem es Bare-Metal-Zugriff auf Chips wie Nvidias H100 zu Preisen anbietet, die unter denen der Hyperscaler liegen.
Warum jetzt?
Der Zeitpunkt ist aus zwei Gründen sinnvoll. Der Bitcoin-Preis war in diesem Jahr schwankend, und die Mining-Schwierigkeit erreicht ständig neue Rekorde, was die Margen für Betreiber mit älterer Hardware zusammenschnürt. KI-Rechenleistung hingegen boomt – von Hedgefonds bis zu Krankenhäusern will jeder Zugriff auf GPU-Cluster haben. Hive verfügt bereits über Stromverträge und die Kühlinfrastruktur. Die Umrüstung einer Mining-Halle für KI-Server ist zwar nicht billig, aber günstiger als von Grund auf neu zu beginnen.
Hive hat noch keinen Zeitplan für die Vollinbetriebnahme des Datenzentrums bekannt gegeben. Das Unternehmen gab an, mit der Kundenakquise in der zweiten Hälfte von 2026 beginnen zu wollen. Das ist ein knapper Zeitrahmen – Konkurrenzprojekte in Ontario und Alberta sind ebenfalls auf der Suche nach GPUs und Genehmigungen. Doch wenn Hive es schafft, wird es zwei Einnahmequellen haben: eine konstante Bitcoin-Produktion und lukrative Rechenleistungsvermietung. Sollte es scheitern, bleibt es mit teurer Hardware sitzen, ohne klaren Plan B.




