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Marlon Ferro, bekannt als 'GothFerrari', erhält 78 Monate Haft für 250-Millionen-Dollar-Kryptodiebstahl-Ring

Marlon Ferro, bekannt als 'GothFerrari', erhält 78 Monate Haft für 250-Millionen-Dollar-Kryptodiebstahl-Ring

Ein Bundesrichter verhängte diese Woche eine 78 Monate dauernde Haftstrafe gegen Marlon Ferro, der im Internet als 'GothFerrari' bekannt ist, für seine Rolle in einem massiven Kryptodiebstahl von 250 Millionen US-Dollar. Der Fall, gemeinsam von FBI und IRS untersucht, richtete sich gegen eine Gruppe, die sich auf den Diebstahl aus Hardware-Wallets spezialisiert hatte – physische Geräte zur Offline-Sicherung digitaler Assets. Ferros Strafe gehört zu den längsten, die in diesem Jahr in einem Kryptodiebstahlverfahren verhängt wurden.

Der 250-Millionen-Dollar-Ring

Der Diebstahlring richtete sich nicht gegen Börsen oder Software-Wallets. Stattdessen konzentrierte er sich auf Hardware-Wallets, die als die sicherste Methode zum Speichern von Krypto gelten. Die Gruppe soll die Geräte selbst kompromittiert haben, möglicherweise durch Supply-Chain-Angriffe oder indem sie Opfer dazu verleitete, ihre privaten Schlüssel herauszugeben. Die Gesamtbeute – ein Viertel Milliarde Dollar – macht sie zu einer der größten Kryptodiebstahl-Operationen, die jemals von US-Behörden aufgedeckt wurden.

Hardware-Wallets im Visier

Hardware-Wallets speichern private Schlüssel auf einem Chip, der vom Internet getrennt ist. Dadurch sind sie schwer aus der Ferne zu hacken. Doch wenn ein Dieb physischen Zugriff erhält – oder das Gerät bereits vor der Auslieferung an den Kunden manipuliert wurde – sind alle Sicherheitsvorkehrungen hinfällig. Ferros Crew soll diese Schwachstelle massiv ausgenutzt haben. Der Fall erinnert daran, dass selbst Kaltlagerung nicht unfehlbar ist, wenn Menschen involviert sind.

Gemeinsame Ermittlungen von FBI und IRS

Laut Gerichtsunterlagen dauerten die Ermittlungen Jahre. Die Cybercrime-Abteilungen von FBI und IRS verfolgten die gestohlenen Gelder über mehrere Blockchains und Jurisdiktionen. Sie verknüpften Ferros Online-Alias mit einer Reihe von Wallet-Adressen und schließlich mit dem physischen Diebstahl von Hardware-Geräten. Keine weiteren Mitglieder des Rings wurden öffentlich genannt, und es ist unklar, ob weitere Verhaftungen bevorstehen.

Ferro, der sich bereits Anfang des Jahres schuldig bekannte, wird seine 78 Monate dauernde Haftstrafe in einem Bundesgefängnis verbüßen. Zudem muss er alle durch die Straftaten erzielten Gewinne zurückzahlen. Die Verurteilung schließt ein Kapitel in einem Fall ab, der die Anfälligkeit selbst der sichersten Kryptospeichermethoden unterstrichen hat – gleichzeitig bleiben aber Fragen offen, wie der Ring operierte und ob Komplizen noch auf freiem Fuß sind.