Mexiko und die Europäische Union haben am Montag beim 8. EU-Mexiko-Gipfel ein umfassendes Handelsabkommen unterzeichnet, das darauf abzielt, die Abhängigkeit beider Seiten von den USA zu verringern. Neben den Handelsbestimmungen verpflichteten sich die beiden Regierungen, gemeinsam gegen Geldwäsche im Zusammenhang mit Kryptowährungen vorzugehen – ein Schritt, der eine wachsende regulatorische Annäherung bei digitalen Vermögenswerten auf beiden Seiten des Atlantiks signalisiert.
Warum das Handelsabkommen jetzt
Der Gipfel in Brüssel brachte ein formelles Abkommen hervor, das das bestehende globale EU-Mexiko-Abkommen aktualisiert. Vertreter beider Seiten bezeichneten es als Möglichkeit, Lieferketten zu diversifizieren und die Anfälligkeit gegenüber Änderungen der US-Handelspolitik zu verringern. Mexiko, das rund 80 % seiner Exporte in die USA liefert, sucht nach Alternativen, während Washington unter der derzeitigen Regierung seinen handelspolitischen Kurs verschärft. Die EU wiederum möchte den Zugang zur zweitgrößten Volkswirtschaft Lateinamerikas sichern.
Der Krypto-Geldwäsche-Aspekt
In einer gemeinsamen Erklärung hoben die Gipfelteilnehmer speziell die Zusammenarbeit bei der „Verhinderung und Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, einschließlich durch virtuelle Vermögenswerte“ hervor. Es ist das erste Mal, dass ein bedeutendes EU-Handelsabkommen eine eigene Klausel zur Krypto-Durchsetzung enthält. Das Abkommen legt keine spezifischen neuen Regeln fest – stattdessen schafft es einen Rahmen für den Informationsaustausch und gemeinsame Ermittlungen zwischen mexikanischen und europäischen Finanzermittlungseinheiten.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Die mexikanische Finanzaufsichtsbehörde UIF hat in diesem Jahr einen sprunghaften Anstieg der Verdachtsmeldungen im Zusammenhang mit Kryptowährungen gemeldet. Die EU führt noch ihren Rahmen für Märkte für Kryptowerte (MiCA) ein, der im Dezember 2026 vollständig in Kraft tritt. Beide Seiten haben ein Interesse daran, sicherzustellen, dass illegale Krypto-Ströme bei der Ausweitung des grenzüberschreitenden Handels nicht durch die Maschen schlüpfen.
Wie es weitergeht
Das Handelsabkommen muss noch ratifiziert werden – durch das Europäische Parlament und den mexikanischen Senat. Dieser Prozess könnte Monate dauern. Die Bestimmungen zur Krypto-Zusammenarbeit sollen jedoch sofort in Kraft treten, wobei Arbeitsgruppen zwischen der UIF und der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde noch vor Ende des dritten Quartals zusammentreten sollen.




