Ripple Payments Europe ist nun im MiCA-Register eingetragen. Das in Luxemburg ansässige Unternehmen gehört zu den 14 Krypto-Firmen, die die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) diese Woche hinzugefügt hat, womit die Gesamtzahl der lizenzierten Anbieter auf 294 steigt. Die Genehmigung der luxemburgischen Finanzaufsicht CSSF ermöglicht es Ripple, als regulierter Zahlungsdienstleister im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) tätig zu sein – 30 Länder unter einem einzigen Pass.
Was die Lizenz abdeckt
Ripple besitzt sowohl eine CASP-Lizenz als auch eine bestehende E-Geld-Institutslizenz in Luxemburg. Die CASP-Erlaubnis erlaubt es dem Unternehmen, Krypto-Assets legal innerhalb des Blocks zu bewegen. Die E-Geld-Lizenz deckt die Fiat-Seite der Transaktionen ab, was für die Ausgabe des RLUSD-Stablecoins unter MiCA relevant ist – ob RLUSD tatsächlich als vollständig reguliertes europäisches Produkt auf den Markt kommt, bleibt jedoch eine separate, noch nicht angekündigte Entscheidung.
Zusammen ermöglichen die beiden Lizenzen europäischen Banken, Fintechs und Unternehmen, Zahlungen über eine einzige Integration zu sammeln, umzutauschen und auszuzahlen. Ripple besitzt weltweit mehr als 75 regulatorische Lizenzen, darunter die im Januar erhaltene Genehmigung der britischen Finanzaufsichtsbehörde (FCA).
Wer noch auf der Liste steht
Die 14 neuen Einträge verteilen sich auf zehn europäische Länder. Dazu gehören Banken, Börsen, Zahlungsdienstleister und Bitcoin-orientierte Plattformen. Zu den Namen zählen die portugiesische Bison Bank, die kroatische Hrvatska poštanska banka und die liechtensteinische Kaiser Partner Privatbank. Im MiCA-Register sind bereits Schwergewichte wie BBVA, CaixaBank, Commerzbank und Standard Chartered Luxembourg vertreten.
Verlangsamtes Tempo bei Genehmigungen
Das Update erfolgt nach einer deutlich größeren Charge. Am 3. Juli, unmittelbar nach Ablauf der Übergangsfrist, fügte die ESMA 37 Anbieter hinzu. Die 14 dieser Woche sind eine klare Verlangsamung. Dennoch ist das Register innerhalb weniger Monate von null auf 294 gewachsen – ein Zeichen dafür, dass der Rahmen funktioniert, auch wenn der Pipeline allmählich die Neuzugänge ausgehen.
Für XRP sind die Auswirkungen größtenteils indirekt. Eine breitere institutionelle Nutzung der Zahlungsschienen von Ripple könnte die Transaktionsnachfrage im Laufe der Zeit steigern. Die Kursbewegungen des Tokens werden jedoch von der allgemeinen Marktstimmung und regulatorischer Klarheit bestimmt – nicht von einer einzelnen Lizenzvergabe. Die größere offene Frage ist RLUSD. Ripple verfügt in Luxemburg über das regulatorische Werkzeug, um einen MiCA-konformen Stablecoin auszugeben, aber das Unternehmen hat nicht gesagt, wann oder ob es diesen Schritt gehen wird.




