Die native On-Chain-Governance von Solana ging im Juli 2026 live und gibt Token-Inhabern eine direkte Stimme bei Protokolländerungen. Der erste bedeutende Vorschlag, der unter dem neuen System verabschiedet wurde, SIMD-0096, leitet nun alle Transaktionsprioritätsgebühren an die Blockproduzenten weiter – eine Abkehr vom bisherigen Modell, bei dem die Hälfte dieser Gebühren verbrannt wurde.
Wie die neue Governance funktioniert
Um einen größeren Vorschlag zur Abstimmung zu bringen, muss ein Antragsteller 100.000 SOL eingesetzt haben. Diese Schwelle soll sicherstellen, dass nur ernsthafte, gut fundierte Ideen die Validator-Community erreichen. Sobald ein Vorschlag eingereicht ist, stimmen die Validatoren on-chain ab, und das Ergebnis wird automatisch vom Protokoll durchgesetzt. Das System ersetzt den früheren Off-Chain-Abstimmungsprozess, dem eine verbindliche Durchsetzung fehlte.
Solana-Mitbegründer Anatoly Yakovenko unterstützte öffentlich die Überarbeitung der Basisgebühr und des Verbrennungsmechanismus und befürwortete ein ressourcenbasiertes Gebührenmodell, das die Kosten an den tatsächlichen Ressourcenverbrauch des Netzwerks knüpft, anstatt an einen festen Satz pro Signatur.
Was SIMD-0096 ändert
Gemäß dem genehmigten Vorschlag fließen nun 100 % der Prioritätsgebühren – die zusätzlichen Zahlungen, die Nutzer hinzufügen, um ihre Transaktionen schneller verarbeiten zu lassen – an die Validatoren. Bisher wurde die Hälfte dieser Gebühren verbrannt. Die Basisgebühr pro Signatur bleibt unverändert: 50 % werden weiterhin verbrannt, 50 % gehen an den Validator.
Während der Spitzenaktivität beim Minting von Memecoins erhöhten Nutzer die Prioritätsgebühren, um sich Blockplatz zu sichern, was die Einnahmen der Validatoren steigerte. Die Änderung ermöglicht es den Validatoren effektiv, einen größeren Teil dieser nachfragegetriebenen Einnahmen zu erfassen.
Der Vorstoß für ressourcenbasierte Gebühren
Ein separater Vorschlag, SIMD-547, wird derzeit aktiv diskutiert. Er würde die aktuelle Basisgebühr pro Signatur durch ein Modell ersetzen, das die Gebühren danach staffelt, wie viel Rechenleistung, Bandbreite oder Speicher eine Transaktion tatsächlich verbraucht. Yakovenko hat sich für diesen Ansatz ausgesprochen.
Würde SIMD-547 angenommen, könnte die tägliche Verbrennungsrate von Solana von geschätzten 648 SOL pro Tag auf eine Spanne von 10.800 bis 64.800 SOL pro Tag steigen – abhängig von den endgültigen Parametern und der Netzwerkauslastung. Das würde die Menge an SOL, die durch Gebühren aus dem Umlauf entfernt wird, drastisch erhöhen.
Das ressourcenbasierte Modell befindet sich noch in der Diskussionsphase. Es wurde noch kein formeller Abstimmungstermin festgelegt.
Wie es weitergeht
Validatoren und die Solana-Community wägen nun die Details von SIMD-547 ab. Der Ausgang wird bestimmen, ob das Netzwerk zu einer dynamischeren Gebührenstruktur übergeht – und wie viel SOL täglich verbrannt wird. Ein Zeitplan für die Abstimmung steht noch nicht fest.




