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Tokenisierte Rinder, stockende Überweisungen und ein neues Gesetz: Lateinamerikas gemischte Krypto-Signale

Tokenisierte Rinder, stockende Überweisungen und ein neues Gesetz: Lateinamerikas gemischte Krypto-Signale

Drei Geschichten aus Lateinamerika in dieser Woche zeichnen ein uneinheitliches Bild der realen Akzeptanz von Kryptowährungen. In Brasilien wurden tokenisierte Rinder als Sicherheit für einen Kredit verwendet – ein konkreter Anwendungsfall für Blockchain-basierte Vermögenswerte. In El Salvador bleibt der Vorstoß der Regierung für Bitcoin-Überweisungen weiterhin erfolglos. Und in Argentinien haben Gesetzgeber einen Gesetzesentwurf eingebracht, der Kryptowährungen formell in das Finanzsystem des Landes integrieren soll.

Tokenisierte Rinder sichern Kredit in Brasilien

Ein brasilianisches Agrarunternehmen hat tokenisierte Rinder als Sicherheit für einen Kredit verwendet – einer der ersten praktischen Anwendungsfälle für die Tokenisierung realer Vermögenswerte in der Region. Bei dem Geschäft wurden Nutztiere als digitale Token auf einer Blockchain abgebildet, die dann von einem Kreditgeber akzeptiert wurden. Der Schritt zeigt, wie Tokenisierung Liquidität in traditionell illiquiden Vermögenswerten freisetzen kann – auch wenn der Umfang noch gering ist. Die genaue Kreditsumme und die verwendete Plattform wurden nicht bekannt gegeben.

El Salvadors Überweisungsvorstoß stockt

El Salvadors ehrgeiziger Plan, Bitcoin für Überweisungen zu nutzen, hat laut aktuellen Daten nicht an Fahrt gewonnen. Trotz intensiver Werbung der Regierung und der Einführung von Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel im Jahr 2021 bleibt das Volumen der per Krypto gesendeten Überweisungen vernachlässigbar. Die meisten Salvadorianer im Ausland bevorzugen weiterhin traditionelle Geldtransferdienste. Der Zeitpunkt ist ungünstig: Auch die Bitcoin-Anleihen des Landes haben sich unterdurchschnittlich entwickelt, und der IWF mahnt weiterhin zur Vorsicht.

Argentinien schlägt Krypto-Gesetz vor

Die argentinische Regierung hat einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der Kryptowährungen formell in das Finanzsystem des Landes integrieren soll. Die Gesetzgebung zielt darauf ab, einen regulatorischen Rahmen für Börsen, Wallets und andere Krypto-Dienstleistungen zu schaffen. Es ist ein bemerkenswerter Wandel für ein Land, das seit langem mit Inflation und Kapitalkontrollen zu kämpfen hat – und in dem viele Bürger bereits Kryptowährungen als Wertaufbewahrungsmittel nutzen. Der Entwurf geht nun an den Kongress, wo sein Schicksal ungewiss ist. Der Fortschritt des argentinischen Gesetzesentwurfs durch den Kongress wird der nächste konkrete Punkt sein, den es zu beobachten gilt. Ob er verabschiedet, verwässert oder ganz auf Eis gelegt wird, wird viel darüber aussagen, wie ernst die Region es mit der Akzeptanz von Kryptowährungen meint – jenseits der Schlagzeilen.