Zwei demokratische Vorwahlen in dieser Woche boten ein geteiltes Bild der internen Dynamik der Partei. In Michigan gibt der Prognosemarkt Polymarket dem ehemaligen Gesundheitsbeamten des Bundesstaates Abdul El-Sayed eine 80%ige Chance, die Senatsvorwahl zu gewinnen. In Arizona besiegte der Abgeordnete Greg Stanton einen progressiven Herausforderer und zeigte damit, dass Amtsinhaber immer noch Angriffe von links abwehren können.
Die Senatsvorwahl in Michigan
Polymarket, eine dezentrale Prognoseplattform, zeigt El-Sayed mit einer 80%igen Wahrscheinlichkeit, die demokratische Nominierung für den offenen Senatssitz in Michigan zu gewinnen. Die Quoten spiegeln eine starke Führung gegenüber seinen Vorwahlgegnern wider, obwohl der Markt keine Umfrage ist und sich schnell ändern kann. El-Sayed, ein Arzt und ehemaliger Direktor des Gesundheitsministeriums von Michigan, kandidiert mit einem Programm, das Medicare for All und einen Green New Deal umfasst. Die Vorwahl ist für den 6. August angesetzt.
Zu seinen Hauptherausforderern gehören der Schauspieler Hill Harper und der Geschäftsmann Nasser Beydoun, aber keiner von ihnen hat in öffentlichen Umfragen oder bei der Spendensammlung nennenswerte Fortschritte erzielt. Die Polymarket-Zahlen deuten darauf hin, dass El-Sayeds Bekanntheit und progressive Basis ihm eine dominierende Position verschafft haben. Sollte er gewinnen, wäre er der erste muslimische Amerikaner, der aus Michigan in den Senat gewählt wird.
Die Vorwahl im Repräsentantenhaus von Arizona
Im 4. Kongressbezirk von Arizona gewann der Abgeordnete Greg Stanton seine Vorwahl gegen einen progressiven Herausforderer, Conor O'Callaghan. Stanton, ein ehemaliger Bürgermeister von Phoenix, hat den Sitz seit 2019 inne. Das Rennen galt als Test dafür, ob die Linksverschiebung in der Partei einen moderaten Amtsinhaber absetzen könnte. Stantons Sieg zeigt, dass Amtsinhaber mit starken lokalen Bindungen und einer Bilanz der Erfolge für ihren Bezirk immer noch Herausforderungen von links abwehren können.
O'Callaghan, ein Erstkandidat, trat mit einem Programm an, das Medicare for All und einen Green New Deal umfasste, ähnlich wie bei El-Sayed. Aber Stantons Kampagne konzentrierte sich auf seine Arbeit zu Wasserrechten, Infrastruktur und Veteranenangelegenheiten. Das Ergebnis deutet darauf hin, dass die progressive Energie zwar real ist, sich aber nicht immer in Vorwahlsiegen gegen etablierte Amtsinhaber niederschlägt.
Was die beiden Rennen uns sagen
Zusammen zeigen die Vorwahlen in Michigan und Arizona eine Partei, die noch dabei ist, ihre Identität zu finden. Bei einem offenen Sitz ohne Amtsinhaber kann ein Progressiver wie El-Sayed gedeihen. Aber wenn ein Amtsinhaber im Amt ist, überwiegen oft die Vorteile von Bekanntheit, Spendensammlung und lokalen Beziehungen. Die Polymarket-Quoten für El-Sayed sind hoch, aber Prognosemärkte sind nicht unfehlbar. Sie spiegeln die kollektive Weisheit der Wettenden wider, nicht die der Wähler.
Stantons Sieg in Arizona ist eine Erinnerung daran, dass Amtsinhaber in Vorwahlen eine starke Erfolgsbilanz haben. Laut Daten des Cook Political Report gewinnen über 90 % der Amtsinhaber im Repräsentantenhaus, die sich einem Vorwahlherausforderer stellen, die erneute Nominierung. Stantons Sieg passt in dieses Muster.
Beide Rennen gehen nun in die allgemeine Wahl. In Michigan ist der Senatssitz offen, weil Senatorin Debbie Stabenow in den Ruhestand geht. Die allgemeine Wahl wird umkämpft sein, und die Republikaner werden wahrscheinlich auf den Sitz abzielen. In Arizona ist Stantons Bezirk sicher demokratisch, sodass sein Vorwahlsieg seine Rückkehr in den Kongress so gut wie garantiert.
Der nächste wichtige Vorwahltermin ist der 6. August in Michigan, wenn die Wähler entscheiden, ob Polymarkets Vorhersage zutrifft.




