Die Prognosemarkt-Plattform Kalshi hat eine Finanzierungsrunde über eine Milliarde Dollar abgeschlossen und bewertet das Unternehmen nun mit 22 Milliarden Dollar. Der Schritt erfolgt, während das institutionelle Handelsvolumen auf der Plattform in den letzten sechs Monaten um 800 % gestiegen ist und die annualisierte Aktivität 178 Milliarden Dollar erreicht hat – und das trotz zunehmender regulatorischer Kontrolle.
Eine 22-Milliarden-Wette auf Prognosemärkte
Die jüngste Runde macht Kalshi zu einem der wertvollsten Privatunternehmen im Bereich Finanztechnologie. Das Unternehmen nannte keine Investoren, doch die Kapitalspritze von einer Milliarde Dollar unterstreicht, wie schnell sich Prognosemärkte von einer Nischenkuriosität zu einer Anlageklasse auf Wall-Street-Niveau entwickelt haben. Kalshis Plattform ermöglicht es Nutzern, mit Kontrakten auf Ergebnisse zu handeln – von Wahlergebnissen bis hin zu Zinsentscheidungen.
Institutionelles Volumen explodiert
Das institutionelle Handelsvolumen auf Kalshi stieg in den letzten sechs Monaten um 800 %, bestätigte das Unternehmen. Dieser Anstieg trug dazu bei, dass die annualisierte Handelsaktivität 178 Milliarden Dollar erreichte. Die Zahlen deuten darauf hin, dass große Geldgeber in Ereigniskontrakte einsteigen – einen Markt, der vor einigen Jahren für Institutionen kaum existierte. Kalshi schlüsselt das Verhältnis von Privat- zu institutionellen Anlegern nicht auf, doch das Wachstum ist stark von professionellen Händlern getrieben.
Regulatorische Wolken am Horizont
Der Boom erfolgt trotz wachsender regulatorischer Prüfung. Die US-amerikanische Commodity Futures Trading Commission (CFTC) hat eine strengere Haltung gegenüber Ereigniskontrakten signalisiert, insbesondere solchen, die an politische Ergebnisse gekoppelt sind. Kalshi unterliegt als designierter Kontraktmarkt der Aufsicht der CFTC, doch die Behörde hat Regeln vorgeschlagen, die bestimmte Arten von Prognosekontrakten einschränken könnten. Kalshi hat sich vor Gericht dagegen gewehrt und argumentiert, dass seine Kontrakte legal und wirtschaftlicher Natur seien.
Die Handelszahl von 178 Milliarden Dollar ist annualisiert – das heißt, sie wurde aus den letzten Monaten hochgerechnet, nicht aus tatsächlichen Jahresdaten. Dennoch ist das Tempo bemerkenswert für eine Plattform, die vor einem Jahr nur wenige Milliarden umsetzte. Das Unternehmen erklärte, es erfülle alle CFTC-Anforderungen und arbeite weiterhin mit den Regulierungsbehörden zusammen.
Was kommt als Nächstes für Kalshi? Das neue Kapital wird wahrscheinlich in die Erweiterung der Produktpalette und die Abwehr regulatorischer Herausforderungen fließen. Die vorgeschlagene Regelung der CFTC zu Ereigniskontrakten könnte noch in diesem Jahr verabschiedet werden. Bis dahin reitet das Unternehmen auf einer Welle institutioneller Nachfrage, die keine Anzeichen einer Abschwächung zeigt.




