Südkoreanische Anleger starren in dieser Woche auf schwere Verluste, während die durch das Jahr 2026 aufgeblähte KI-Blase endlich platzt. Der Abschwung hat die von Privatanlegern dominierten Märkte in Seoul erschüttert, und Krypto-Händler beobachten nun genau, ob Kapital zurück in digitale Vermögenswerte fließt.
Die geplatzte KI-Blase
Den größten Teil des Jahres strömten koreanische Privatanleger in KI-bezogene Aktien und Token, um von der globalen KI-Hype-Welle zu profitieren. Doch die Party endete abrupt. Eine Reihe enttäuschender Gewinnberichte großer KI-Unternehmen, kombiniert mit regulatorischen Unsicherheiten sowohl in den USA als auch in China, löste einen scharfen Ausverkauf aus. Der KOSPI, der zuvor von KI-Werten gestützt wurde, fiel in den letzten zwei Wochen um mehr als 8 %. Viele Privatanleger sitzen nun auf zweistelligen Verlusten.
Der Zeitpunkt könnte kaum schlechter sein. Koreanische Haushalte haben sich stark verschuldet, um von der KI-Rallye zu profitieren. Jetzt stehen sie vor Margin Calls und Zwangsverkäufen. Lokale Medien berichten von einem Anstieg der Notlagen unter Privatanlegern, obwohl noch keine offiziellen Zahlen veröffentlicht wurden.
Könnte Krypto die nächste Station sein?
Die Krypto-Märkte beobachten die Situation genau. In der Vergangenheit waren koreanische Anleger schnell darin, Kapital zwischen Anlageklassen zu verschieben. Die sogenannte „Kimchi-Prämie“ – bei der Krypto an koreanischen Börsen zu einem höheren Preis gehandelt wird – war ein Indikator für die Begeisterung von Privatanlegern. Wenn Geld aus KI-Positionen abfließt, könnte ein Teil davon in Bitcoin und Altcoins fließen.
Doch das ist nicht sicher. Dieselbe regulatorische Unsicherheit, die KI-Aktien verunsichert hat, lastet auch auf Krypto in Korea. Die Regierung hat die Regeln für Börsen verschärft und erwägt neue Steuern auf Gewinne aus digitalen Vermögenswerten. Das könnte einen möglichen Zufluss dämpfen.
Was koreanische Anleger erwartet
Vorerst ist die Stimmung düster. Viele Privatanleger, die spät in KI eingestiegen sind, sitzen fest. Die Blase hat monatelange Gewinne ausgelöscht, und der breitere Markt ist nervös. Krypto-Händler achten auf Anzeichen einer Verschiebung – einen plötzlichen Anstieg der koreanischen Won-Einlagen an Börsen oder eine Ausweitung der Kimchi-Prämie. Bisher sind die Daten gemischt. Einige Börsen melden einen leichten Anstieg neuer Konten, aber nichts Vergleichbares zu den Hypes früherer Zyklen.
Die nächsten Wochen werden entscheidend sein. Wenn die KI-Talfahrt sich vertieft, könnte die Kapitalrotation beschleunigt werden. Sollten jedoch die koreanischen Regulierungsbehörden mit neuen Beschränkungen eingreifen, könnte das Geld einfach an der Seitenlinie bleiben. Vorerst halten sowohl KI- als auch Krypto-Anleger den Atem an.




