Die American Bankers Association fordert ihre Mitgliedsbanken auf, Druck auf Senatoren auszuüben, um die Stablecoin-Zinsbestimmungen im CLARITY Act zu verhindern. Der Lobbying-Vorstoß erfolgt nur wenige Tage vor der Senatsabstimmung am 14. Mai über das Gesetz, das bundesweite Regeln für digitale Dollar-Token festlegen würde.
Warum die ABA mobil macht
Der Branchenverband, der die größten Kreditinstitute des Landes vertritt, hat einen Aufruf an die Banken gerichtet, direkt mit ihren Senatoren Kontakt aufzunehmen. Ziel sind die Bestimmungen, die es Stablecoin-Emittenten erlauben würden, Zinsen – oder Rendite – an Inhaber zu zahlen. Die Banken argumentieren, dass verzinsliche Stablecoins wie Einlagenkonten funktionieren würden, ohne der gleichen regulatorischen Aufsicht zu unterliegen, und so das traditionelle Bankgeschäft untergraben.
Der CLARITY Act (offiziell Clarity for Payment Stablecoins Act) würde einen bundesweiten Rahmen für die Ausgabe von Stablecoins schaffen und damit landesrechtliche Regeln außer Kraft setzen. Die Zinsregelung ist eine späte Ergänzung, die die Branche spaltet. Einige Krypto-Unternehmen möchten die Möglichkeit, Zinsen anzubieten; Bankengruppen sagen, dies würde ungleiche Wettbewerbsbedingungen schaffen.
Was die Banken sagen
In seiner Kontaktaufnahme teilte die ABA den Mitgliedern mit, dass die Zinsbestimmungen eine direkte Bedrohung für ihre Einlagenbasis darstellen. Der Verband forderte die Banker auf, vor der Abstimmung Treffen oder Telefonate mit den Senatsbüros zu vereinbaren. Bisher gibt es keine öffentlichen Stellungnahmen einzelner Banken, aber der kollektive Vorstoß signalisiert eine koordinierte Aktion, um die Zinsregelung zu kippen oder einzuschränken.
Die ABA hat keinen Entwurf ihrer Gesprächspunkte vorgelegt. Das Kernargument ist jedoch einfach: Verzinsliche Stablecoins würden zu sparähnlichen Produkten, die nicht von der FDIC versichert sind und keinen Kapitalanforderungen unterliegen. Die Banken wollen, dass sie als Wertpapiere behandelt werden und nicht als eine neue Art von Zahlungsinstrument.
Was als Nächstes passiert
Der Senat wird am 14. Mai über den CLARITY Act beraten. Falls die Zinsbestimmungen überleben, könnte das Gesetz im Repräsentantenhaus auf einen schwierigeren Weg stoßen, wo die Mitglieder des Bankenausschusses bereits Skepsis geäußert haben. Vorerst konzentriert sich die ABA auf das Senatsplenum – und darauf, sicherzustellen, dass jeder Senator vor dem Fallen des Hammers von einem Banker hört.




