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Berater erhalten Leitfaden für Crypto-ETPs und Bitcoin-basierte Kredite

Berater erhalten Leitfaden für Crypto-ETPs und Bitcoin-basierte Kredite

Die Beratung zu Kryptowährungen geht über das einfache Buy-and-Hold hinaus. In dieser Woche veröffentlichten Experten einen Satz praktischer Leitlinien für Finanzberater, die Crypto-ETPs und Bitcoin-basierte Kredite prüfen, wobei auf die spezifischen Risiken fokussiert wird, die bei der Produktwerbung oft übersehen werden. Der Rat kommt zu einer Zeit, in der immer mehr Berater Kundenfragen zu beiden Produkten beantworten müssen – aber über keine standardisierte Due-Diligence-Checkliste verfügen.

ETP-Verwahrung und Sponsorenprofile

Der erste Rat an Berater: Die Verwahrungsvereinbarung nicht überspringen. Der Verwahrer eines ETPs ist wichtig, da nicht alle Speicherlösungen gleich sind. Berater müssen prüfen, ob das zugrundeliegende Bitcoin von einem qualifizierten Verwahrer gehalten wird, wie es abgesichert ist und was im Falle eines Ausfalls des Verwahrers geschieht. Sponsorenprofile sind ebenfalls entscheidend – wer verwaltet den Fonds, welche Erfolgsbilanz hat er und hat er selbst ein finanzielles Risiko? Die Leitlinien weisen zudem darauf hin, dass Gebühren stark variieren können und nicht immer transparent sind. Ein günstiges Verwaltungsentgelt kann zusätzliche Kosten verbergen, die in die Treuhandstruktur eingebettet sind.

Die Margin-Call-Falle bei Bitcoin-basierten Krediten

Bitcoin-basierte Kredite gewinnen an Bedeutung, bergen aber ein strukturelles Risiko, mit dem traditionelle Berater möglicherweise nicht vertraut sind: Margin Calls. Fällt der Bitcoin-Preis, können Kreditgeber mehr Sicherheit verlangen oder die Position verkaufen. Dies kann einen erzwungenen Verkauf zum ungünstigsten Zeitpunkt auslösen. Die Leitlinien betonen, dass Berater vor der Empfehlung dieser Kredite Worst-Case-Szenarien durchspielen müssen – insbesondere für Kunden, die möglicherweise Cashflow benötigen, um durch Volatilitätsphasen zu halten.

Verkaufen oder leihen – wann ist was richtig?

Eine der kniffligeren Fragen für Berater ist, ob ein Kunde Bitcoin direkt verkaufen oder einen Kredit dagegen aufnehmen sollte. Die Expertenempfehlung im Bericht bietet einen groben Rahmen: Verkaufen macht Sinn, wenn der Kunde das Geld dauerhaft benötigt und die Steuerbelastung tragbar ist. Leihen eignet sich besser für kurzfristige Liquiditätsbedarfe, aber nur, wenn der Kunde einen möglichen Margin Call auffangen kann. Der Schlüssel liegt darin, die Kreditstruktur an die tatsächliche Risikobereitschaft des Kunden anzupassen – nicht nur an den Wunsch, den Verkauf zu vermeiden.

Was Berater jetzt tun sollten

Die Leitlinien sind keine gesetzliche Vorschrift, aber sie sind das, was dem Standardleitfaden für die Beratung zu Kryptoanlagen im Jahr 2026 am nächsten kommt. Berater sollten ihre Due-Diligence-Formulare aktualisieren, um Verwahrungsprüfungen, Sponsorenbeurteilungen und Stress-Tests für Kreditsicherheiten einzubeziehen. Broker-Dealer und RIA-Plattformen könnten diese Schritte bald als Teil von Compliance-Prüfungen vorschreiben. Bis dahin lautet die Botschaft einfach: Behandeln Sie Krypto-Produkte wie jede andere Anlageklasse – lesen Sie die Feinheiten und durchlaufen Sie die Risikoszenarien, bevor Sie eine Empfehlung aussprechen.