Führungskräfte von Franklin Templeton und BNP Paribas erklären, dass tokenisierte Vermögenswerte und Stablecoins die Kapitaleffizienz in Europa verbessern könnten. Ihre Aussagen fallen in eine Zeit, in der die Wall Street verstärkt daran arbeitet, reale Vermögenswerte auf die Blockchain zu bringen.
Warum Tokenisierung für die Kapitaleffizienz wichtig ist
Die beiden Unternehmen – der eine ein Gigant im Asset Management, die andere eine führende europäische Bank – argumentieren, dass die Umwandlung traditioneller Vermögenswerte in digitale Token Kapital freisetzen kann, das derzeit in langsameren Abwicklungsprozessen gebunden ist. Stablecoins, so betonen sie, könnten grenzüberschreitende Zahlungen und das Collateral-Management erleichtern. Die Idee ist, dass die Tokenisierung Zwischenhändler überflüssig macht, Transaktionszeiten verkürzt und es Institutionen ermöglicht, Geld schneller zu bewegen. Das ist Kapitaleffizienz in einfachen Worten: mehr aus jedem Dollar oder Euro herausholen.
Franklin Templeton betreibt bereits einen tokenisierten Geldmarktfonds in den USA. BNP Paribas hat die Blockchain für Anleiheemissionen und Repo-Geschäfte getestet. Die Führungskräfte nannten keine konkreten Zahlen dazu, wie viel Kapital freigesetzt werden könnte, aber die Botschaft ist klar: Europas alte Finanzinfrastruktur braucht ein Upgrade.
Die wachsende Tokenisierungsinitiative der Wall Street
Die Aussagen der Führungskräfte fallen in einen breiteren Kontext der Erkundung der Tokenisierung durch die Wall Street. Banken wie JPMorgan, Goldman Sachs und BlackRock haben tokenisierte Produkte eingeführt oder getestet – von Fonds über Anleihen bis hin zu Gold. Neu ist der schiere Umfang. Abwicklungszyklen, die bei manchen Vermögenswerten Tage dauern, könnten auf Minuten schrumpfen. Das ist eine direkte Verbesserung der Kapitaleffizienz, weil Geld nicht untätig herumliegt.
Europa ist etwas zurückgeblieben, unter anderem aufgrund regulatorischer Fragmentierung. Doch die Kommentare eines großen US-Vermögensverwalters und einer französischen Bank deuten darauf hin, dass auch dort die Dynamik zunimmt. Stablecoins, die oft als krypto-adjacent betrachtet werden, werden nun als Werkzeuge für Großhandelszahlungen angepriesen, nicht nur für den Einzelhandelshandel.
Die Führungskräfte forderten keine spezifischen Regeln. Aber ihre Äußerungen deuten darauf hin, dass die europäischen Regulierungsbehörden aufholen müssten, wenn die Region wettbewerbsfähig bleiben will. Tokenisierte Vermögenswerte passen nicht klar in bestehende Wertpapier- oder Bankgesetze.
Was als Nächstes kommt
Die Tokenisierungsexperimente der Wall Street befinden sich volumenmäßig noch in einem frühen Stadium. Aber die Unterstützung durch Franklin Templeton und BNP Paribas verleiht dem Argument Gewicht, dass dies keine Nische ist – sondern ein Wandel in der Funktionsweise der Kapitalmärkte. Vorerst beobachtet die Branche, ob die europäischen Regulierungsbehörden handeln oder der private Sektor einfach mit Pilotprogrammen voranschreiten wird.




