Der Iran hat in dieser Woche nahe Doha einen katarischen Tanker angegriffen, nachdem das Schiff die Hormus-Blockade durchbrochen hatte. Dies ließ die globalen Ölpreise stark steigen und löste eine neue Welle von Kryptowährungsbetrug aus. Der Angriff, der von maritimen Sicherheitsquellen bestätigt wurde, ist die erste direkte militärische Aktion gegen ein Handelsschiff im Golf seit der Verschärfung der Blockade im letzten Monat. Innerhalb weniger Stunden nach der Nachricht kündigten Aufsichtsbehörden in mehreren Ländern an, die Überwachung von Kryptotransaktionen zu verschärfen, um Betrug im Zusammenhang mit der Krise einzudämmen.
Der Tankerangriff und der Ölpreisanstieg
Iranische Streitkräfte trafen den unter katarischer Flagge fahrenden Tanker am späten Mittwoch, als dieser versuchte, ohne Genehmigung durch die Straße von Hormus zu fahren. Das Schiff transportierte Berichten zufolge Rohöl aus dem Irak zu einer Raffinerie in Katar. Die iranischen Staatsmedien erklärten, der Angriff sei eine „notwendige Durchsetzung“ der im April verhängten Blockade gewesen, die auf einen Streit über Seegrenzen und Energieexporte zurückgeht. Es gab keine gemeldeten Todesopfer, aber der Tanker erlitt erhebliche Schäden und wurde in einen katarischen Hafen geschleppt.
Die Ölpreise stiegen aufgrund der Nachricht um mehr als 5 %, wobei Brent-Rohöl erstmals seit Januar wieder über 95 Dollar pro Barrel notierte. Der Anstieg wirkte sich auf die Energiemärkte aus und löste an einigen regionalen Börsen Panikkäufe aus. Die unmittelbaren wirtschaftlichen Folgen werden noch beziffert, aber Analysten – die wir hier nicht nennen – erwarten anhaltende Volatilität, solange die Blockade besteht.
Krypto-Betrug folgt dem Chaos
Der Ölschock erschütterte nicht nur die traditionellen Märkte. Innerhalb von 24 Stunden nach dem Tankerangriff meldeten Sicherheitsfirmen eine Zunahme von Kryptowährungsbetrug, der auf Privatanleger abzielte. Die Betrugsmaschen, die oft soziale Medien und Messaging-Apps nutzten, versprachen „ölgestützte Token“ oder „Hormus-Krisengewinne“, um Opfer anzulocken. Mindestens drei gefälschte Websites, die legitime Kryptobörsen nachahmten, wurden registriert, und Phishing-E-Mails, die sich auf den Tankerangriff bezogen, verbreiteten sich rasch.
Ein Sicherheitsforscher verfolgte eine einzige Betrugs-Wallet, die über 2 Millionen Dollar in Ether sammelte, bevor sie auf die schwarze Liste gesetzt wurde. Die Welle erinnert an frühere krisenbedingte Betrugsfälle, aber das Ausmaß ist bemerkenswert: Blockchain-Analysefirmen meldeten einen Anstieg verdächtiger Transaktionswarnungen in der Golfregion um 40 % im Vergleich zur Vorwoche. Der Zeitpunkt ist für eine Branche, die ohnehin wegen laxer Kontrollen unter Beschuss steht, ungünstig.
Regulierungsbehörden schreiten ein
Die Aufsichtsbehörden in den VAE, Katar und dem Vereinigten Königreich gaben am Freitag bekannt, dass sie verstärkte Sorgfaltspflichten für Kryptowährungstransaktionen einführen, die Golf-Adressen oder über den Iran geleitete Gelder betreffen. Das Durchgreifen erfolgt nur wenige Tage, nachdem die Financial Action Task Force erneut vor der Nutzung virtueller Vermögenswerte zur Umgehung von Sanktionen gewarnt hatte. Die britische Financial Conduct Authority erklärte, sie beobachte die Börsen „genau“ auf mögliche Verbindungen zum Tankervorfall, während die Zentralbank der VAE allen lizenzierten Kryptofirmen anordnete, Transaktionen über 10.000 Dollar aus der Region zu melden.
Die verstärkte Kontrolle wird wahrscheinlich nicht vorübergehend sein. Die iranische Blockade und die daraus resultierende Ölkrise haben den Regulierungsbehörden einen konkreten Grund gegeben, die Schrauben bei Kryptowährungen anzuziehen – etwas, das viele seit dem Zusammenbruch von FTX im Jahr 2022 fordern. Für Börsen und DeFi-Projekte, die in der Golfregion tätig sind, werden die nächsten Wochen ein Stresstest für ihre Compliance-Rahmenwerke sein. Die Frage ist nun, wie viele bestehen werden.




