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Kevin Warsh mit 54 zu 45 Stimmen als Fed-Chef bestätigt – Erster mit Krypto-Exposure an der Spitze

Kevin Warsh mit 54 zu 45 Stimmen als Fed-Chef bestätigt – Erster mit Krypto-Exposure an der Spitze

Der Senat hat Kevin Warsh am Mittwoch mit 54 zu 45 Stimmen als Vorsitzenden der Federal Reserve bestätigt. Damit ist er der 11. Amtsinhaber und der wohlhabendste Fed-Chef aller Zeiten. Er ist zudem der erste designierte Vorsitzende mit direkter Verbindung zu digitalen Vermögenswerten – eine Beteiligung am Bitcoin-Zahlungs-Startup Flashnet sowie Verbindungen zu Bitwise und Basis. Warsh übernimmt das Amt von Jerome Powell, dessen Amtszeit als Vorsitzender am Freitag endet; Powell bleibt bis 2028 als Gouverneur im Vorstand.

Ein Fed-Chef mit Krypto-Engagement

Warsh hat Bitcoin öffentlich als „wichtigen Vermögenswert“ und „sehr guten Polizisten für die Geldpolitik“ bezeichnet und argumentiert, dass sein Kurs das Vertrauen in das Inflationsmanagement der Fed widerspiegele. Diese Denkweise unterscheidet ihn von seinen Vorgängern, die die Zentralbank meist auf Distanz zu digitalen Vermögenswerten hielten. Während seiner Anhörung zur Bestätigung gelobte er zudem, die Geldpolitik „streng unabhängig“ zu halten. Der Zeitpunkt ist nicht einfach: Die Fed kämpft mit anhaltender Inflation über dem Zielwert von 2 %, wirtschaftlichen Folgen des Krieges im Iran und einem bevorstehenden Verfahren vor dem Obersten Gerichtshof um Gouverneurin Lisa Cook. Der vorgelagerte Preisdruck hat sich gerade so stark beschleunigt wie seit mehr als drei Jahren nicht mehr, was die Märkte dazu veranlasst, ihre Wetten auf Zinssenkungen zurückzunehmen.

Eine fast nach Parteilinien verlaufende Abstimmung

Die Bestätigung spaltete sich fast vollständig entlang der Parteigrenzen. Nur ein Demokrat überquerte die Linie: Senator John Fetterman aus Pennsylvania stimmte mit Ja. Die Republikaner waren geschlossen. Der Vorsitzende des Finanzausschusses des Repräsentantenhauses, French Hill, lobte Warshs Bestätigung. Senatorin Elizabeth Warren warnte vor politischem Druck, der die Unabhängigkeit der Fed gefährden könnte. Warsh war bereits von 2006 bis 2011 Mitglied des Gouverneursrats der Fed und wurde mit 35 Jahren zum jüngsten Mitglied. Seine erste FOMC-Sitzung als Vorsitzender ist für den 16. und 17. Juni geplant.

Die bevorstehende politische Agenda

Die Abgeordneten werden über den Clarity Act abstimmen, einen Gesetzentwurf, der die regulatorische Aufsicht über Bitcoin und digitale Vermögenswerte in den USA neu gestalten könnte. Warshs kryptofreundlicher Hintergrund – kombiniert mit seinem Versprechen, die Geldpolitik unabhängig zu halten – stellt ihn in den Mittelpunkt einer Debatte, die sowohl wirtschaftlich als auch politisch ist. Powell seinerseits erklärte, er wolle „als Gouverneur ein niedriges Profil wahren“. Der nächste konkrete Test ist die FOMC-Sitzung im Juni, bei der die Märkte die ersten Signale des neuen Vorsitzenden zur Zinspolitik und zu den Inflationserwartungen analysieren werden.