Luno baut 20 % seiner weltweiten Belegschaft ab, bestätigte CEO James Lanigan diese Woche. Die Entlassungen erfolgen im selben Monat, in dem drei weitere Krypto-Börsen – AscendEX, BitMEX und BitMart – ihre vollständige Schließung ankündigten. Luno, im Besitz der Digital Currency Group, hat 16 Millionen Nutzer in Afrika und im asiatisch-pazifischen Raum. Lanigan sagte gegenüber Bloomberg, die Kürzungen seien eine „Entscheidung, keine Notlösung“.
Drei Börsen in einem Monat verschwunden
AscendEX stellte am 1. Juli den Betrieb ein, mit Verweis auf das Ende der Übergangsfrist der MiCA-Verordnung. BitMEX folgte drei Wochen später. BitMart gab am 26. Juli eine Abwicklungsmitteilung heraus. Drei Börsen, die in einem einzigen Monat ihre Türen schließen – eine Erinnerung daran, dass die Aufräumarbeiten nach dem Bullenmarkt noch nicht abgeschlossen sind. Luno's Kürzungen sind zwar schmerzhaft, aber keine Schließung. Das Unternehmen hält seine Plattform am Laufen und expandiert sogar in Afrika.
Afrika-Expansion geht weiter
Trotz der 20-prozentigen Reduzierung baut Luno seine Präsenz in Afrika aus. Die Einsparungen aus den Entlassungen fließen in Infrastruktur, Compliance und eine wachsende B2B-Sparte. Die südafrikanische Discovery Bank arbeitet bereits mit Luno's B2B-Abteilung zusammen. Lanigan erwartet, in diesem Jahr weitere institutionelle Partner zu gewinnen. Das Unternehmen ist außerdem Gründungsmitglied von ZARU, einem an den Rand gebundenen Stablecoin, der von Sanlam und Lesaka Technologies unterstützt wird.
B2B- und Stablecoin-Strategie
Die B2B-Sparte hat klare Priorität. Luno möchte Krypto-Infrastruktur für Banken und Finanzinstitute anbieten, nicht nur für Privatanwender. ZARU bietet ein reguliertes Stablecoin-Produkt in Südafrika, einem Markt mit schnell wachsenden digitalen Zahlungen. Der Zeitpunkt für eine Entlassungsankündigung ist nicht ideal, aber das Unternehmen setzt darauf, dass institutionelle Einnahmen den Personalabbau ausgleichen.
Ein breiterer Tech-Trend
Luno ist nicht allein mit Personalabbau. Viele große Technologieunternehmen haben in diesem Jahr ebenfalls Arbeitskräfte abgebaut, oft unter Berufung auf KI-Integration. Für Krypto-Firmen ist der Druck doppelt: regulatorische Unsicherheit und ein sich immer noch erholender Markt. Luno's Entscheidung, zu schrumpfen und gleichzeitig in Afrika zu expandieren, ist eine Wette darauf, dass die Krypto-Adoption auf dem Kontinent den Abschwung übertreffen wird.
Als Nächstes: Luno erwartet, vor Ende 2026 weitere institutionelle B2B-Partnerschaften bekannt zu geben. Ob die Kürzungen ausreichen, um das Unternehmen profitabel zu halten – und ob sich die Afrika-Wette auszahlt – wird die Geschichte sein, die man verfolgen sollte.




