Orbital, eine globale Zahlungsorchestrierungsplattform, hat Banking Circle als ihren primären Bankpartner ausgewählt, um Stablecoin-Abwicklung und Multi-Währungs-Zahlungsmöglichkeiten in ganz Europa einzuführen. Die am 28. Mai bekannt gegebene Vereinbarung verbindet die Orchestrierungsebene von Orbital mit den Stablecoin-Abwicklungsdiensten von Banking Circle – die seit dem 27. April in Betrieb sind – und bietet den Unternehmenskunden von Orbital sofortige bidirektionale Fiat-zu-Stablecoin-Konvertierung unter Verwendung von USDC, Paxos' USDG und dem eigenen Euro-Stablecoin von Banking Circle, EURI. Die Integration bündelt zudem SEPA-Zugang, benannte IBANs und vollständige AML/KYC-Compliance in einer einzigen Zahlungsebene.
Eine Lizenz, drei Hüte
Banking Circle ist kein Neuling im regulierten Finanzwesen. Am 15. April erhielt es von der CSSF in Luxemburg eine Lizenz als Crypto-Asset Service Provider (CASP) und wurde damit das erste Institut des Landes, das gleichzeitig eine Banklizenz, eine Lizenz für Electronic Money Token (EMT) und eine CASP-Lizenz besitzt. Diese dreifache Lizenz ermöglicht es, vollständig unter der MiCA zu arbeiten, der umfassenden Krypto-Asset-Regulierung Europas, die gerade in ihre operative Durchsetzungsphase eingetreten ist. Die Infrastruktur des Unternehmens wickelt bereits jährlich mehr als 1,5 Billionen Euro über 750 Finanzinstitute ab.
Was sich für Orbitals Kunden ändert
Zuvor mussten die Unternehmenskunden von Orbital separate Beziehungen zu mehreren Abwicklungspartnern in verschiedenen Rechtsräumen und regulatorischen Rahmenwerken unterhalten. Jetzt erhalten sie eine einzige integrierte Ebene. Das System ermöglicht rund um die Uhr Echtzeit-Abwicklung – kein Warten auf Banköffnungszeiten. Orbital ist zudem direkt an SEPA, das Echtzeit-Zahlungsnetzwerk der Eurozone, angebunden und kann benannte IBANs ausstellen. Compliance-Prüfungen finden innerhalb derselben Pipeline statt. Für einen Händler oder ein Fintech, das grenzüberschreitende Zahlungen abwickelt, entfällt dadurch viel Reibungsverlust.
Der Schatten der MiCA über dem Deal
Das Timing ist kein Zufall. Die operative Durchsetzungsphase der MiCA ist erst vor wenigen Wochen in Kraft getreten und zwingt Krypto-Unternehmen und Zahlungsdienstleister dazu, sich an einheitliche Regeln für die Ausgabe, Verwahrung und Abwicklung von Stablecoins zu halten. Banking Circle war bereits MiCA-konform, als Orbital anklopfte. In der Zwischenzeit treibt ein Konsortium aus zwölf europäischen Banken – darunter ING, UniCredit und CaixaBank – das Projekt Qivalis voran, einen Euro-Stablecoin, der für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant ist. Dieses Projekt könnte die Stablecoin-Landschaft weiter aufmischen, aber vorerst hat Orbital einen regulierten Partner mit einem live-fähigen Produkt.
Die Kunden von Orbital können die neuen Abwicklungsschienen sofort nutzen. Die größere Frage ist, wie schnell sich die Akzeptanz bei Unternehmen verbreiten wird, die trotz der regulatorischen Klarheit noch zögerlich gegenüber Stablecoins sind. Das Konsortium hinter Qivalis plant, seinen Euro-Stablecoin noch in diesem Jahr auf den Markt zu bringen. Das wird zeigen, ob bankengestützte Coins mit etablierten Playern wie USDC und EURI konkurrieren können. Für Orbital ist die Wette, dass ein Single-Pane-of-Glass-Ansatz für die Stablecoin-Abwicklung – mit vollständiger regulatorischer Deckung – ihm einen Vorteil verschafft, wenn die MiCA-Durchsetzung verschärft wird.




