Die Bangko Sentral ng Pilipinas (BSP) gab bekannt, dass die Kryptowährungsbörse Binance und ihr lokaler Partner nicht über die erforderliche Lizenz für den Betrieb auf den Philippinen verfügen. Die Zentralbank machte die Erklärung öffentlich und signalisiert damit ein mögliches Vorgehen gegen nicht registrierte digitale Vermögensdienstleistungen im Land.
Was die BSP sagte
Die BSP bestätigte, dass weder Binance noch sein ungenannter lokaler Partner eine Genehmigungsurkunde für die Tätigkeit als Anbieter von virtuellen Vermögenswerten besitzen. Nach philippinischem Recht benötigt jedes Unternehmen, das Kryptowährungsbörsen- oder Verwahrungsdienste anbietet, eine solche Lizenz von der Zentralbank. Ohne diese sind die Geschäfte illegal.
Die Regulierungsbehörde nannte zunächst keine Strafen oder Durchsetzungsmaßnahmen. Die Erklärung deutet jedoch darauf hin, dass Binance mit Geldstrafen, Unterlassungsverfügungen oder sogar strafrechtlichen Anklagen rechnen müsste, wenn es weiterhin philippinische Nutzer ohne Genehmigung bedient.
Binances Geschichte mit Regulierungsbehörden
Dies ist nicht Binances erste Auseinandersetzung mit einer Zentralbank. Die Börse wurde bereits von Regulierungsbehörden in Japan, Großbritannien, Deutschland und Singapur wegen nicht lizenzierter Aktivitäten verwarnt. Auf den Philippinen hat die BSP die Öffentlichkeit zuvor daran erinnert, dass Binance nicht berechtigt ist, Wertpapiere zu verkaufen oder Investitionen zu vermitteln.
Binance hat oft argumentiert, dass es in Ländern, in denen es keine Lizenz besitzt, keine physische Präsenz habe und sich auf seine globale Plattform stütze. Die jüngste Erklärung der BSP stellt jedoch klar, dass die Ansprache lokaler Nutzer – selbst über einen Partner – dennoch eine lokale Lizenz erfordert.
Was das für Nutzer bedeutet
Philippinische Händler, die Binance nutzen, stehen nun vor einem unsicheren Zugang. Die Warnung der Zentralbank könnte dazu führen, dass Banken und Zahlungsdienstleister Transaktionen mit der Börse blockieren. Nutzer könnten Probleme bei Ein- oder Auszahlungen haben. Die BSP hat die Öffentlichkeit aufgefordert, nur mit registrierten Anbietern von virtuellen Vermögenswerten Geschäfte zu tätigen.
Der von der BSP genannte lokale Partner bleibt in der Erklärung unidentifiziert. Dieser Partner könnte ein Zahlungsgateway, eine Marketingfirma oder ein anderes Unternehmen sein, das Binances lokale Präsenz erleichtert. Die Zentralbank präzisierte die Rolle des Partners nicht.
Nächste Schritte
Die BSP hat keine Frist für Binance oder seinen Partner gesetzt, um den Betrieb einzustellen. Sie hat jedoch die Tür für weitere regulatorische Maßnahmen geöffnet. Auch die Securities and Exchange Commission (SEC) der Philippinen hat in der Vergangenheit vor Binances nicht registrierten Wertpapierangeboten gewarnt.
Binance hat noch keine öffentliche Stellungnahme zur Erklärung der BSP abgegeben. Der nächste Schritt der Börse – ob sie eine Lizenz beantragt, den Markt verlässt oder die Warnung ignoriert – wird darüber entscheiden, wie sich dies für ihre philippinischen Nutzer entwickelt.




