RL1, eine von ihren Mitgliedern getragene Blockchain-Genossenschaft, hat diese Woche mit Unterstützung von zehn europäischen Finanzinstituten, darunter ABN AMRO, DekaBank und Natixis CIB, ihren Betrieb aufgenommen. Der Start markiert einen Vorstoß in Richtung regulierte Blockchain-Infrastruktur in Europa und steht im Einklang mit den sich entwickelnden Krypto-Asset-Regeln der Region.
Was RL1 ist und wie es funktioniert
RL1 ist als mitgliedereigene Genossenschaft strukturiert, was bedeutet, dass die beitretenden Banken und anderen Finanzinstitute ein Mitspracherecht bei der Governance haben. Es handelt sich nicht um eine öffentliche Blockchain wie Bitcoin oder Ethereum, sondern um ein permissioniertes Netzwerk, das für den institutionellen Einsatz konzipiert ist – denken Sie an Abwicklung, tokenisierte Vermögenswerte und grenzüberschreitende Zahlungen. Das Genossenschaftsmodell soll die Kontrolle in den Händen der Nutzer belassen, anstatt bei einem einzelnen Unternehmen oder einer Stiftung.
Die Unterstützer und ihre Wette
Zu den zehn Gründungsmitgliedern gehören ABN AMRO, DekaBank und Natixis CIB – drei Namen, die im europäischen Bankwesen Gewicht haben. Die anderen in der Gruppe sind vorerst nicht bekannt, aber die Genossenschaft erwartet, in den kommenden Monaten weitere Mitglieder aufzunehmen. Jedes Institut hat Kapital und technische Ressourcen beigesteuert, um RL1 auf den Weg zu bringen. Die Wette ist, dass Banken ein gemeinsames, reguliertes Netzwerk bevorzugen werden, anstatt eigene private Blockchains aufzubauen oder sich auf öffentliche zu verlassen.
Regulatorische Ausrichtung
Der Start von RL1 erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die europäischen Regulierungsbehörden auf klarere Regeln für digitale Vermögenswerte drängen. Die Genossenschaft gibt an, dass ihr Design mit den EU-Regulierungsrahmen übereinstimmt, einschließlich der Anforderungen an Verwahrung, Abwicklungsendgültigkeit und Geldwäschebekämpfung. Das ist ein Verkaufsargument für Banken, die aufgrund rechtlicher Unsicherheit bei Blockchain zurückhaltend waren. Indem RL1 ein Netzwerk aufbaut, das in die bestehende Finanzregulierung passt, hofft es, die Compliance-Probleme zu vermeiden, die andere Krypto-Projekte geplagt haben.
RL1 ist jetzt live und nimmt neue Mitglieder von regulierten Finanzinstituten in ganz Europa auf. Die Genossenschaft plant, ihre ersten Anwendungsfälle – tokenisierte Anleihen und Geldmarktfonds – bis Ende des Jahres auszurollen. Wenn RL1 an Fahrt gewinnt, könnte es zu einer Vorlage dafür werden, wie traditionelle Finanzinstitute Blockchain einführen, ohne die regulatorischen Leitplanken zu verlassen.




