Präsident Donald Trump sagte diese Woche, dass die Preise für Öl, Gas, Eier und Medikamente schnell sinken, obwohl offizielle Daten ein gemischteres Bild zeichnen. Gleichzeitig gibt ein Prognosemarkt die Wahrscheinlichkeit, dass Rohöl bis zum 30. September einen neuen Höchststand erreicht, mit nur 6,8 % an.
Was Trump sagte
\nGegenüber Reportern behauptete Trump, dass die Kosten für wichtige Haushaltsgegenstände und Energie schnell fallen. Er nannte keine konkreten Zahlen und bezog sich auf keinen bestimmten Regierungsbericht. Die Äußerungen des Präsidenten kommen zu einem Zeitpunkt, da die Wähler die Inflation weiterhin als eines der wichtigsten Themen vor dem nächsten Wahlzyklus betrachten.
Seine Aussage umfasste vier Kategorien: Öl, Benzin, Eier und verschreibungspflichtige Medikamente. Alle vier waren in den letzten Monaten volatil. Die Eierpreise beispielsweise stiegen nach Ausbrüchen der Vogelgrippe stark an, sind aber in einigen Regionen inzwischen wieder gesunken. Die Arzneimittelpreise bleiben ein politisch aufgeladenes Thema, ohne dass es in letzter Zeit größere gesetzliche Änderungen gegeben hätte.
Die gemischten Daten
\nDie offiziellen Zahlen zeichnen ein komplizierteres Bild. Der jüngste Verbraucherpreisindex zeigte einen leichten Anstieg der Gesamtinflation in der letzten Messung, obwohl die Energiekosten tatsächlich gesunken sind. Die Benzinpreise sind von ihren Sommerhöchstständen gefallen, liegen aber immer noch über dem Niveau vor der Pandemie. Die Ölpreise schwankten aufgrund globaler Angebotssorgen und Nachfrageprognosen.
Kein einzelner Datensatz bestätigt einen breiten, schnellen Rückgang in allen vier von Trump genannten Kategorien. Einige unabhängige Erhebungen zeigen, dass die Eierpreise von ihren Höchstständen gefallen sind, aber im Jahresvergleich immer noch erhöht sind. Die Preise für verschreibungspflichtige Medikamente, gemessen am Erzeugerpreisindex, sind relativ stabil geblieben.
Prognosemarkt-Quoten
\nAuf der Prognoseplattform Polymarket sehen Händler nur eine Wahrscheinlichkeit von 6,8 %, dass Rohöl bis Ende September einen neuen Allzeithöchststand erreicht. Das deutet darauf hin, dass der Markt kurzfristig keinen großen Preissprung erwartet. Ein neuer Rekord würde erfordern, dass Öl den bisherigen Höchststand von rund 147 Dollar pro Barrel aus dem Jahr 2008 übertrifft.
Die niedrige Wahrscheinlichkeit spiegelt die aktuellen Angebots- und Nachfragedynamiken wider. Die OPEC+ hat zwar Produktionskürzungen beibehalten, aber das globale Wirtschaftswachstum bleibt verhalten. Analysten haben auf mögliche Störungen durch geopolitische Spannungen hingewiesen, aber der Prognosemarkt wettet gegen einen dramatischen Anstieg.
Der nächste offizielle Inflationsbericht wird nächste Woche veröffentlicht. Diese Daten werden ein klareres Bild davon liefern, ob die Preise tatsächlich so schnell fallen, wie der Präsident behauptet.



