Die USA haben rund 131 Millionen Dollar in Tether auf der Tron-Blockchain eingefroren und dabei auf Wallets abgezielt, die mit der iranischen Zentralbank in Verbindung stehen sollen. Das Finanzministerium des Landes sperrte über sein Office of Foreign Assets Control (OFAC) vier Adressen. Dies ist der jüngste Schritt einer Kampagne, bei der die Behörden seit Ende Mai fast eine Milliarde Dollar an Kryptowährungen mit Iran-Bezug beschlagnahmt oder eingefroren haben.
Wie Tether bei Sanktionen hilft
Tether kann Adressen auf eine schwarze Liste setzen und Token-Transfers verhindern, auch wenn die Wallet und ihr Guthaben auf der Blockchain sichtbar bleiben. In bestimmten Fällen kann das Unternehmen Token von einer Adresse annullieren und einen entsprechenden Betrag an einer anderen ausgeben – was den Strafverfolgungsbehörden faktisch die Kontrolle über den Wert verschafft. Das ist eine Macht, die Bitcoin nicht besitzt. Kein zentrales Unternehmen kann eine Bitcoin-Transaktion stoppen.
Dies ist nicht das erste Mal, dass Tether bei Iran-bezogenen Sperrungen mit US-Behörden zusammengearbeitet hat. Im April fror Tether in Abstimmung mit OFAC und US-Strafverfolgungsbehörden über 344 Millionen Dollar auf zwei weiteren Tron-Wallets ein. Die jüngste Aktion bringt die Gesamtsumme der in weniger als drei Monaten eingefrorenen Gelder auf rund 475 Millionen Dollar.
Operation Economic Fury
Das US-Finanzministerium startete im Juni die Operation Economic Fury und verhängte Sanktionen gegen vier iranische Krypto-Börsen – Nobitex, Bitpin, Ramzinex und Wallex – wegen der Unterstützung Irans bei der Umgehung von Sanktionen. Das Finanzministerium erklärte, Nobitex habe 2025 mehr als die Hälfte der iranischen Krypto-Zuflüsse abgewickelt und der Zentralbank des Iran geholfen, Hunderte Millionen an Stablecoins zu erwerben.
Chainalysis schätzte, dass das iranische Kryptowährungs-Ökosystem 2025 über 7,78 Milliarden Dollar erhalten hat. Adressen, die mit dem Islamic Revolutionary Guard Corps in Verbindung stehen, machten im vierten Quartal 2025 etwa die Hälfte der iranischen Krypto-Aktivitäten aus und erhielten in jenem Jahr über 3 Milliarden Dollar.
Seeverkehrsbeschränkungen wieder aufgenommen
Unabhängig davon nahm das U.S. Central Command ab dem 14. Juli wieder Beschränkungen des Seeverkehrs in und aus iranischen Häfen auf, nachdem es erneute Angriffe gegen iranische Militärziele gegeben hatte. Finanzminister Scott Bessent erklärte, das OFAC habe die Wallets im Rahmen umfassenderer Bemühungen ins Visier genommen, die Einnahmenetzwerke Irans zur Umgehung von Sanktionen zu stören.
Bessent sagte, die USA hätten bis Ende Mai im Rahmen der Kampagne fast eine Milliarde Dollar an Kryptowährungen mit Iran-Bezug beschlagnahmt oder eingefroren. Die Sperrung vom Montag erhöht diese Summe, doch es ist unklar, wie viel noch in Wallets steckt, die die USA noch nicht identifiziert haben.




