Der Vizegouverneur der Bank of Japan, Himino, forderte die Regulierungsbehörden auf, das künftige Währungssystem umfassend zu betrachten, und betonte, dass Stabilität und Interoperabilität von Anfang an in die digitale Finanzwelt integriert werden müssen. In einer aktuellen Rede erklärte Himino, die Zentralbank setze sich für Regulierungsrahmen ein, die mit dem rasanten technologischen Wandel Schritt halten können, ohne die Finanzlandschaft zu fragmentieren.
Warum ein ganzheitlicher Ansatz wichtig ist
Himino argumentierte, dass stückweise Regeln nicht funktionieren, wenn digitale Währungen, tokenisierte Vermögenswerte und neue Zahlungssysteme zunehmen. Stattdessen forderte er eine koordinierte Strategie, die alles von der Abwicklungsinfrastruktur bis zu Datenstandards abdeckt. Das Ziel, so sagte er, sei sicherzustellen, dass verschiedene digitale Finanzplattformen miteinander kommunizieren können – und dass das Gesamtsystem unter Belastung widerstandsfähig bleibt.
Japan war ein aktives Testfeld für Experimente mit digitalen Zentralbankwährungen, und die Bank of Japan hat bereits Pilotprojekte mit privaten Unternehmen durchgeführt. Himinos Äußerungen deuten darauf hin, dass die Zentralbank ein Flickwerk nationaler Regulierungen vermeiden will, das grenzüberschreitende Transaktionen verlangsamen oder Schlupflöcher schaffen könnte.
Stabilität hat Vorrang
Obwohl Interoperabilität wichtig ist, machte Himino deutlich, dass Stabilität die nicht verhandelbare Grundlage ist. Er verwies auf die jüngste Volatilität an den Kryptomärkten und den Zusammenbruch einiger Stablecoins als Belege dafür, dass unregulierte digitale Finanzen das Vertrauen in das gesamte System untergraben können. Ein ganzheitlicher Rahmen sollte klare Regeln für Reservenhinterlegung, Offenlegung und Risikomanagement festlegen, so Himino.
Vizegouverneur Himino kündigte keine konkreten neuen Maßnahmen oder Zeitpläne an. Seine Äußerungen stehen jedoch im Einklang mit einer breiteren Initiative von Zentralbanken weltweit, die Regeln für digitales Geld zu koordinieren – insbesondere da private Initiativen wie Facebooks Diem (inzwischen aufgegeben) und verschiedene Tokenisierungsprojekte an Bedeutung gewinnen.
Interoperabilität als Schlüsselziel
Für die Bank of Japan bedeutet Interoperabilität, sicherzustellen, dass Versuche mit dem digitalen Yen reibungslos mit bestehenden Zahlungsnetzen und mit ausländischen digitalen Währungen zusammenarbeiten können. Himino betonte, dass technische Standards frühzeitig vereinbart werden müssen, bevor verschiedene Systeme festgefahren sind. Andernfalls, warnte er, könnte das künftige Währungssystem noch fragmentierter sein als heute.
Der Appell des Vizegouverneurs für einen ganzheitlichen Ansatz betrifft auch die Datengovernance. Da digitale Zahlungen riesige Mengen an Transaktionsdaten generieren, müssen Regulierungsbehörden entscheiden, wem diese Daten gehören, wie sie geteilt werden und wie die Privatsphäre geschützt wird. Himino schlug vor, diese Fragen im selben umfassenden Rahmen zu behandeln.
Von der Bank of Japan werden nach der Rede keine unmittelbaren politischen Änderungen erwartet. Die Zentralbank plant jedoch, später in diesem Jahr einen Bericht über ihre Experimente mit dem digitalen Yen zu veröffentlichen. Dieses Dokument wird voraussichtlich das ganzheitliche Denken widerspiegeln, das Himino skizzierte – und könnte konkretere Leitlinien für Banken und Fintech-Unternehmen in Japan bieten.




