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Belgische Online-Glücksspielbeteiligung fast verdoppelt: BAGO fordert strengere Durchsetzung des Werbeverbots

Belgische Online-Glücksspielbeteiligung fast verdoppelt: BAGO fordert strengere Durchsetzung des Werbeverbots

Die Online-Glücksspielraten in Belgien haben sich in fünf Jahren fast verdoppelt – von 7,9 % der Bevölkerung im Jahr 2018 auf 14,8 % im Jahr 2023. Gleichzeitig sind mehr als die Hälfte aller Belgier wöchentlich Glücksspielwerbung ausgesetzt, wie eine Umfrage von Sciensano ergab. Der Belgische Verband der Glücksspielbetreiber (BAGO) drängt nun auf eine strengere Durchsetzung des bestehenden Werbeverbots.

Der Anstieg der Beteiligung

Die Sciensano-Daten, die gesundheitsbezogene Verhaltensweisen erfassen, zeigen, dass der Anteil der Belgier, die online glücksspielen, zwischen 2018 und 2023 stetig gestiegen ist. Die 7,9 % aus dem Jahr 2018 haben sich in der neuesten Umfrage auf 14,8 % fast verdoppelt. Der Anstieg betrifft alle Altersgruppen, obwohl die Umfrage keine weiteren demografischen Aufschlüsselungen vornahm. Diese Zahlen kommen zu einer Zeit, in der sich der belgische Glücksspielmarkt mit mehr lizenzierten Online-Plattformen erweitert hat.

Wöchentliche Werbeexposition bleibt hoch

Trotz eines gesetzlichen Verbots von Glücksspielwerbung, das im Juli 2023 in Kraft trat, geben 52,6 % der Belgier an, mindestens einmal pro Woche Glücksspielanzeigen zu sehen. Die Umfrage spezifizierte nicht, ob diese Anzeigen von unregulierten Quellen, ausländischen Anbietern oder durch Schlupflöcher im Verbot stammen. Die hohe Expositionsrate deutet darauf hin, dass das Verbot nicht vollständig durchgesetzt wird oder dass die Werbung über Kanäle verbreitet wird, die nicht vom Gesetz abgedeckt sind.

BAGOs Forderung nach strengerer Durchsetzung

BAGO, das lizenzierte Glücksspielbetreiber in Belgien vertritt, hat öffentlich eine strengere Durchsetzung der Werbebeschränkungen gefordert. Der Verband argumentiert, dass ein Verbot nur dann wirkt, wenn es durch echte Überwachung und Sanktionen gestützt wird. Ohne diese Maßnahmen verlieren diejenigen Betreiber, die sich an die Regeln halten, gegenüber denen, die dies nicht tun. BAGOs Stellungnahme bleibt vage, welche Durchsetzungsmaßnahmen es wünscht – ob höhere Geldstrafen, mehr Aufsicht durch die Regulierungsbehörde oder eine breitere Definition dessen, was als Glücksspielwerbung gilt.

Die Position des Verbands ist ungewöhnlich: Normalerweise wehren sich Betreiber gegen Werbebeschränkungen, doch hier fordern sie die Regulierungsbehörde auf, das Verbot tatsächlich durchzusetzen. Die Logik dahinter scheint zu sein, dass ein ordnungsgemäß durchgesetztes Verbot gleiche Wettbewerbsbedingungen schafft und möglicherweise das Stigma gegenüber legalen Betreibern verringert.

Die Frage ist nun, was die belgische Glücksspielregulierungsbehörde tun wird. Die Sciensano-Umfrage liefert harte Daten, dass der derzeitige Ansatz nicht funktioniert. BAGOs Forderung erhöht den Druck aus der Branche. Seit der Veröffentlichung der Daten wurden jedoch keine neuen Vorschriften oder Durchsetzungsmaßnahmen angekündigt. Der nächste Schritt liegt wahrscheinlich in der Reaktion der Regierung auf die Umfrage und BAGOs Antrag.