Präsident Donald Trump hat ein Atomabkommen mit Saudi-Arabien genehmigt, das dem Königreich die Anreicherung von Uran erlaubt. Die Entscheidung stellt eine deutliche Abkehr von der bisherigen US-Politik gegenüber dem Nahen Osten dar. Gleichzeitig liegt die Wahrscheinlichkeit eines US-Iran-Abkommens, das Wiederaufbaumittel für den Iran vorsieht, nach aktuellen Schätzungen bei 30,5 %.
Eine heikle Fähigkeit
Die Urananreicherung gilt seit jeher als rote Linie für Nichtverbreitungsexperten. Die Fähigkeit, Uran anzureichern, bringt ein Land der potenziellen Waffenfähigkeit näher, selbst wenn die erklärte Absicht die zivile Nutzung ist. Saudi-Arabien betont, Atomkraft zu friedlichen Zwecken nutzen zu wollen, doch die Anreicherungsklausel stößt auf Kritik von jenen, die einen nuklearen Rüstungswettlauf in der Region befürchten. Die USA haben in zivilen Atomabkommen historisch stets die Erlaubnis zur Anreicherung verweigert, was diese Zustimmung zu einem Bruch mit der bisherigen Praxis macht.
Die 30,5 %-Chance für den Iran
Die Zahl für die iranischen Wiederaufbaumittel stammt von einem Prognosemarkt, der die Wahrscheinlichkeit eines US-Iran-Abkommens verfolgt. Mit 30,5 % sind die Chancen gering, aber nicht null. Das Abkommen würde Mittel für den Wiederaufbau im Iran bereitstellen, vermutlich im Austausch gegen Begrenzungen seines Atomprogramms. Die Trump-Administration verfolgt gegenüber dem Iran einen dualen Ansatz aus Druck und Verhandlung. Die Wahrscheinlichkeit spiegelt die anhaltende Unsicherheit darüber wider, ob beide Seiten bis 2026 eine Einigung erzielen können.
Was das saudische Abkommen beinhaltet
Das Abkommen erlaubt Saudi-Arabien, Uran im Inland anzureichern – ein Recht, das die USA in ähnlichen zivilen Atomabkommen anderen Ländern bisher verweigert haben. Die genauen Bedingungen des Abkommens wurden nicht vollständig offengelegt, doch die Anreicherungsklausel ist das umstrittenste Element. Kritiker argumentieren, sie könnte das globale Nichtverbreitungsregime untergraben. Das Abkommen ist als 123-Abkommen nach dem Atomic Energy Act strukturiert, was eine Überprüfung durch den Kongress erfordert.
Nächste Schritte
Das saudische Abkommen geht nun an den Kongress, der 90 Tage Zeit für die Prüfung hat. Abgeordnete könnten versuchen, das Abkommen zu blockieren oder zu ändern. Die Wahrscheinlichkeit eines Iran-Abkommens wird im Laufe der Verhandlungen aktualisiert. Beide Themen werden in den kommenden Monaten voraussichtlich zentral für die US-Außenpolitik bleiben. Die Regierung hat sich nicht dazu geäußert, wie sich die Genehmigung des saudischen Abkommens auf die Gespräche mit dem Iran auswirken könnte.




