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Anthropic sucht SK Hynix-Speicherchips für eigene KI-Hardware

Anthropic sucht SK Hynix-Speicherchips für eigene KI-Hardware

Anthropic führt Gespräche mit SK Hynix über die Lieferung von Speicherchips für eigene KI-Halbleiter – ein Schritt, der den zunehmenden Wettlauf um Komponenten unterstreicht, die für das Training und den Betrieb großer Sprachmodelle benötigt werden.

Warum Speicher wichtig ist

Hochbandbreitenspeicher (HBM) ist zu einem Engpass in der KI-Entwicklung geworden. Die Chips werden vertikal gestapelt, um Daten schnell zwischen Speicher und Prozessoren zu transportieren – ein entscheidender Schritt für das Training von Modellen, die Milliarden von Parametern verarbeiten. SK Hynix, eines der wenigen Unternehmen, das HBM in großem Maßstab produziert, verzeichnet eine sprunghaft gestiegene Nachfrage, da KI-Unternehmen ihre Recheninfrastruktur ausbauen.

Die Gespräche deuten darauf hin, dass Anthropic plant, eigene Beschleuniger zu bauen, anstatt sich vollständig auf Standardchips etablierter Anbieter zu verlassen. Diese Strategie würde dem Unternehmen mehr Kontrolle über Leistung und Stromverbrauch geben, erfordert aber auch die Sicherung der Lieferketten für spezialisierte Speicher.

Anthropics Vorstoß in kundenspezifische Halbleiter

Das KI-Startup, das vor allem für seinen Claude-Chatbot bekannt ist, entwickelt seit Jahren eigene Halbleiter. Durch die eigene Hardware kann Anthropic die Chips gezielt auf die Anforderungen seiner Modelle zuschneiden und möglicherweise mehr Effizienz erzielen als mit Allzweck-KI-Prozessoren. Dieser Ansatz erfordert jedoch hohe Vorabinvestitionen und eine zuverlässige Lieferkette für Komponenten wie HBM.

Die direkte Speicherbeschaffung von SK Hynix würde Anthropics Anfälligkeit für Engpässe verringern, die den gesamten KI-Chipmarkt belasten. Andere Unternehmen der Branche hatten mit langen Vorlaufzeiten und Preisvolatilität bei HBM zu kämpfen, das auch in High-End-Rechenzentrums-GPUs zum Einsatz kommt.

Was SK Hynix bietet

SK Hynix baut die Kapazitäten für seine fünfte HBM-Generation, HBM3E, aus, da Kunden wie Anthropic und andere KI-Firmen um Zuteilungen ringen. Der südkoreanische Chip-Hersteller hat bereits mehrjährige Verträge mit mehreren großen Technologieunternehmen abgeschlossen, die Namen dieser Kunden jedoch nicht preisgegeben.

Für Anthropic würde die Partnerschaft vorrangigen Zugang zu fortschrittlichem Speicher bedeuten, der heute ein entscheidender Wegbereiter für KI-Trainingscluster ist. Das eigene Chip-Design des Unternehmens könnte, falls erfolgreich, langfristig seine Abhängigkeit von Allzweck-KI-Prozessoren anderer Anbieter verringern.

Die Gespräche laufen noch, eine Einigung wurde bisher nicht erzielt. Beide Unternehmen lehnten eine Stellungnahme zu den Verhandlungen ab.