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Apple bringt echte KI zu Siri und misst sich mit ChatGPT

Apple bringt echte KI zu Siri und misst sich mit ChatGPT

Apple hat Siri endlich mit dem ausgestattet, was das Unternehmen als „echte KI“ bezeichnet, und vergleicht den aktualisierten Assistenten direkt mit ChatGPT von OpenAI. Dieser Schritt signalisiert einen großen Wandel in der Herangehensweise des Unternehmens an Sprachassistenten und künstliche Intelligenz und verschärft den Wettbewerb in einem Bereich, der bisher von Chatbots und großen Sprachmodellen dominiert wurde.

Was „echte KI“ für Siri bedeutet

Jahrelang galt Siri als Nachzügler im Vergleich zu Konkurrenten wie Google Assistant und Amazons Alexa, was das Verständnis natürlicher Sprache und die Konversationsfähigkeit betrifft. Das neueste Update von Apple ändert das. Das Unternehmen sagt, dass Siri nun komplexere Anfragen bewältigen, den Kontext über Interaktionen hinweg beibehalten und Antworten generieren kann, die weniger skriptartig wirken. Die Verbesserungen werden durch Apples eigene große Sprachmodelle ermöglicht, die das Unternehmen intern entwickelt hat.

Apple verlässt sich jedoch nicht nur auf die eigene Technologie. Das Unternehmen integriert auch Modelle von Drittanbietern in Siri und schafft so ein Multi-Modell-Ökosystem. Das bedeutet, dass Nutzer je nach Aufgabe Antworten von verschiedenen KI-Engines erhalten könnten, wobei Siri als Gateway fungiert. Dieser Ansatz ist eine Abkehr von Apples traditionell geschlossenem Ökosystem, in dem das Unternehmen jede Ebene der Benutzererfahrung kontrollierte.

Vergleich mit ChatGPT

In seiner Ankündigung verglich Apple Siris Leistung direkt mit ChatGPT, dem Chatbot von OpenAI, der zu einem kulturellen Phänomen geworden ist. Das Unternehmen behauptet, dass das neue Siri bei mehreren Standard-Benchmarks für Argumentation, Zusammenfassung und Codegenerierung die Fähigkeiten von ChatGPT erreicht oder übertrifft. Apple hat die vollständigen Benchmark-Daten nicht veröffentlicht, aber der Vergleich selbst ist bemerkenswert. Er zeigt, dass Apple sich nicht mehr damit zufrieden gibt, dass KI-Assistenten von Drittanbietern die Diskussion bestimmen.

Dieser Schritt setzt auch OpenAI unter Druck, das darum kämpft, die Fähigkeiten und die Nutzerbasis von ChatGPT zu erweitern. Apples Integration von KI in sein Ökosystem – einschließlich iPhones, iPads, Macs und dem HomePod – könnte Siri einen Vertriebsvorteil verschaffen, der ChatGPT fehlt.

Apples Strategie spiegelt einen breiteren Branchentrend wider. Anstatt sich auf ein einziges KI-Modell zu verlassen, bauen Unternehmen Plattformen, die für verschiedene Aufgaben auf mehrere Modelle zugreifen können. Google hat eigene Modelle, bietet aber auch Zugang zu Modellen von Drittanbietern über seine Cloud an. Microsoft hat stark in OpenAI investiert, entwickelt aber auch eigene Modelle. Apples Ansatz ist ähnlich: Siri wird für datenschutzsensible Aufgaben auf dem Gerät Apples Modelle verwenden, kann aber für komplexere Anfragen auch auf Cloud-basierte Modelle zurückgreifen.

Dieses Hybridmodell könnte Nutzer ansprechen, die sich um Datenschutz sorgen. Apple hat sich lange als datenschutzorientiertes Unternehmen vermarktet, und die Ausführung von KI auf dem Gerät reduziert die Menge an Daten, die an die Cloud gesendet werden. Gleichzeitig erkennt das Unternehmen an, dass einige Aufgaben Rechenleistung in der Cloud erfordern, und es verspricht, diese Daten mit starker Verschlüsselung und minimaler Speicherung zu behandeln.

Der Wettbewerb verschärft sich

Der Markt für KI-Assistenten ist überfüllter denn je. ChatGPT von OpenAI hat über 100 Millionen wöchentlich aktive Nutzer. Googles Bard (jetzt Gemini) wird in Android und Google Workspace integriert. Amazon überarbeitet Alexa mit generativer KI. Und nun steigt Apple mit einem Siri, das tatsächlich ein Gespräch führen kann, wieder in den Wettbewerb ein.

Das Timing ist entscheidend. Apples nächstes großes Software-Update, das später in diesem Jahr erwartet wird, wird das neue Siri auf Millionen von Geräten bringen. Wenn der Assistent wie angekündigt funktioniert, könnte das verändern, wie Menschen mit ihren iPhones und anderen Apple-Produkten interagieren. Wenn er jedoch hinter den Erwartungen zurückbleibt, riskiert das Unternehmen, eher als Nachzügler denn als Vorreiter in der KI gesehen zu werden.

Eine offene Frage ist, wie Entwickler reagieren werden. Apple öffnet Siri in begrenztem Umfang für Apps von Drittanbietern, aber ob das ausreicht, um ein reichhaltiges Ökosystem KI-gestützter Funktionen aufzubauen, bleibt abzuwarten. Das Unternehmen hat noch kein konkretes Veröffentlichungsdatum für das aktualisierte Siri genannt, außer „später in diesem Jahr“.