Die Bank of America hat ihre Prognose für die nächste Zinssenkung der US-Notenbank Fed auf Mitte bis Ende 2027 verschoben und führt den Iran-Konflikt als Hauptgrund an. Der überarbeitete Zeitplan bedeutet eine erhebliche Verzögerung gegenüber den Erwartungen vieler Marktteilnehmer und erfolgt zu einem Zeitpunkt, da die Zentralbank die Kreditkosten zur Bekämpfung der Inflation hoch hält.
Warum die Prognose verschoben wurde
In einer Mitteilung an Kunden erklärten Analysten der Bank of America, dass die eskalierenden Spannungen mit dem Iran nun ein entscheidender Faktor für den wirtschaftlichen Ausblick seien. Der Konflikt, so argumentierten sie, füge eine zusätzliche Unsicherheit hinzu, die es der Fed erschwere, eine Lockerung ihrer Geldpolitik vorzunehmen. Statt einer Zinssenkung in den Jahren 2025 oder 2026, wie von einigen erhofft, erwartet die Bank nun die erste Reduzierung erst in mehr als drei Jahren.
Diese Entwicklung zeigt, wie geopolitische Schocks die Geldpolitik beeinflussen können. Wenn eine wichtige Ölförderregion in Unruhe ist, werden die Energiepreise volatil, und die Inflationserwartungen können steigen. Das zwingt die Zentralbanken dazu, die Zinsen länger hoch zu halten.
Was verlängerte hohe Zinsen bedeuten
Die Prognose deutet darauf hin, dass die US-Wirtschaft eine längere Phase straffer Geldpolitik erleben wird. Dies könnte die Unternehmensinvestitionen bremsen und Haushalte mit Kreditkartenschulden oder variabel verzinslichen Hypotheken unter Druck setzen. Obwohl der Leitzins der Fed bereits auf einem Zwei-Jahrzehnt-Hoch liegt, impliziert der Ausblick der Bank of America, dass er über Jahre hinweg dort bleiben wird.
Das Wirtschaftswachstum könnte unter der Last dauerhaft hoher Kreditkosten leiden, insbesondere wenn der Iran-Konflikt zu Versorgungsunterbrechungen oder einem breiteren regionalen Krieg führt. Die Analysten der Bank warnten, dass die Kombination aus geopolitischen Risiken und erhöhten Zinsen die Märkte belasten könnte.
Die Fed hat bisher kein Signal für eine Zinssenkung gegeben. Notenbankchef Jerome Powell hat wiederholt betont, dass die Zentralbank weitere Belege benötige, dass die Inflation unter Kontrolle sei, bevor sie eine Lockerung vornehme. Der Zeitplan der Bank of America macht deutlich, dass sie nur langsam mit entsprechenden Daten rechnet.
Die nächste Sitzung des Offenmarktausschusses der Federal Reserve (FOMC) wird zeigen, ob andere Banken die Ansicht der Bank of America teilen. Anleger werden auf jede Änderung der Formulierungen der Fed zu Zinssenkungen achten. Bis dahin steht die Prognose für 2027 als deutliche Erinnerung daran, dass die Ära des billigen Geldes noch in weiter Ferne liegt.




