Präsident Donald Trump wird in Kürze eine Reihe von politischen Handlungsoptionen zur Bekämpfung der chinesischen industriellen Überkapazität vorgelegt bekommen, bestätigte Handelsbevollmächtigter Jamieson Greer. Die Maßnahme deutet auf eine mögliche Eskalation des langjährigen Handelsstreits zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt hin.
Was auf dem Spiel steht
Chinas Überkapazitäten in Sektoren wie Stahl, Aluminium und zunehmend auch Solarpanele und Elektrofahrzeuge frustrieren US-Hersteller seit Langem. Das Problem ist nicht neu – Pekings staatlich gesteuerte Produktion hat globale Märkte mit preiswerten Gütern überschwemmt und Wettbewerber unterboten. Doch die von Greer vorbereiteten Optionen könnten gezielt auf diese Strategie abzielen.
Jede Maßnahme aus Washington würde wahrscheinlich die globalen Handelsdynamiken verändern. Die USA haben bereits Zölle auf chinesische Waren im Wert von Hunderten von Milliarden Dollar verhängt. Neue Maßnahmen könnten weiter gehen, indem sie gezielt bestimmte Industrien betreffen oder Exportkontrollen nutzen.
Saubere Energiebranche im Visier
Die saubere Energiebranche könnte die Auswirkungen am stärksten spüren. China dominiert die Lieferkette für Solarpanele, Windturbinen und Batteriekomponenten. Sollten die USA die Einfuhr dieser Produkte einschränken, könnte dies die inländische Umsetzung von Projekten zur erneuerbaren Energie verlangsamen – zumindest kurzfristig. Unternehmen, die auf chinesische Komponenten angewiesen sind, könnten höhere Kosten oder Lieferengpässe erleben.
Andererseits könnten entschlossenere Maßnahmen Investitionen in die US-Fertigung anregen. Das im Biden-Zeitalter verabschiedete Inflation Reduction Act gewährt bereits Steuergutschriften für die inländische Produktion sauberer Energie. Trumps Team könnte versuchen, diesen Wandel zu beschleunigen, doch Einzelheiten sind noch unklar.
Transatlantische Handelsbeziehungen
Europäische Verbündete beobachten die Entwicklung aufmerksam. Die USA und die Europäische Union haben versucht, ihre Reaktionen auf Chinas Überkapazität, insbesondere im Bereich grüner Technologien, abzustimmen. Sollte Trump sich jedoch für aggressive einseitige Zölle entscheiden, könnte diese Zusammenarbeit zerbröckeln. Brüssel hat eigene Bedenken hinsichtlich chinesischen Dumpings und bevorzugt möglicherweise einen gemeinsamen Ansatz. Eine Spaltung zwischen Washington und Brüssel würde die Verhandlungsposition des Westens gegenüber Peking schwächen.
Greer gab nicht an, welche Optionen zur Debatte stehen oder wann Trump sie erhalten wird. Doch der Zeitpunkt ist entscheidend. Chinas Wirtschaft verlangsamt sich, und die Exporte subventionierter Güter steigen weiter. Der Präsident steht unter Druck sowohl von Industriegruppen als auch von Gesetzgebern, handeln zu müssen.
Die entscheidende Frage ist nun, welchen Weg er wählt – und wie schnell die Auswirkungen sich auf die globalen Märkte auswirken.




