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Ölpreisanstieg löst weltweiten Ausverkauf von Staatsanleihen aus, da Inflationsängste zunehmen

Ölpreisanstieg löst weltweiten Ausverkauf von Staatsanleihen aus, da Inflationsängste zunehmen

Ein starker Anstieg der Rohölpreise hat einen breiten Ausverkauf von Staatsanleihen weltweit ausgelöst, da Anleger mit höherer Inflation rechnen, die die Zentralbanken zwingen könnte, die Zinsen erhöht zu halten. Diese Entwicklung erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Besorgnis, dass die Energiekosten auf die Verbraucherpreise übergreifen und die Hoffnungen auf eine sanfte Landung zunichtemachen könnten.

Warum der Anleihemarkt reagiert

Anleiherenditen bewegen sich gegenläufig zu den Kursen, und der jüngste Anstieg des Ölpreises hat die Renditen in den entwickelten Volkswirtschaften nach oben getrieben. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg in dieser Woche um mehrere Basispunkte, während auch Bundesanleihen und britische Staatsanleihen nachgaben. Händler justieren ihre Inflationserwartungen neu und wetten darauf, dass eine anhaltende Ölpreisstärke es den Zentralbanken erschweren wird, bald die Zinsen zu senken.

Der Ausverkauf beschleunigte sich, nachdem Daten zeigten, dass die Rohöl-Benchmarks Mehrjahreshochs erreicht hatten. Die Bewegung beschränkt sich nicht auf die Energiemärkte – sie greift auf festverzinsliche Wertpapiere über, da Anleger eine höhere Entschädigung für das Risiko verlangen, dass die Inflation hartnäckig bleibt.

Prognosemärkte sehen Chance auf Rekord-Rohöl

Auf Prognoseplattformen schreiben Händler dem Rohöl nun eine Wahrscheinlichkeit von 16,5 % zu, bis zum 31. Dezember ein neues Allzeithoch zu erreichen. Das ist eine bemerkenswerte Verschiebung gegenüber dem Jahresbeginn, als die Chancen im einstelligen Prozentbereich lagen. Das aktuelle Allzeithoch für Brent-Rohöl liegt bei rund 147 Dollar pro Barrel, erreicht im Jahr 2008. Obwohl die Wahrscheinlichkeit noch gering ist, deutet die Tatsache, dass sie ernsthaft bepreist wird, darauf hin, dass der Markt ein reales Risiko weiterer Angebotsunterbrechungen oder geopolitischer Schocks sieht.

Was das für die Zentralbanken bedeutet

Der Ölpreisanstieg erschwert die Aussichten für die Geldpolitik. Die Zentralbanken in den USA, Europa und anderswo haben signalisiert, dass sie mit Zinserhöhungen fertig sind und später im Jahr mit Zinssenkungen beginnen könnten. Ein anhaltender Anstieg der Energiepreise könnte jedoch die Inflation neu entfachen und sie zwingen, die Zinsen länger höher zu halten – oder sogar erneut zu erhöhen. Das wäre ein Schlag für die Anleihemärkte, die aufgrund der Erwartung einer lockereren Politik zuletzt gestiegen waren.

Anleger beobachten nun das nächste OPEC+-Treffen und alle Anzeichen einer Angebotsverknappung. Der Ausverkauf von Anleihen könnte noch nicht vorbei sein, wenn das Öl weiter steigt.