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Stansberry warnt vor US-Finanzkollaps und monetärer Neuausrichtung bis 2029

Stansberry warnt vor US-Finanzkollaps und monetärer Neuausrichtung bis 2029

Porter Stansberry, der Gründer von Stansberry Research, prognostiziert, dass die USA vor Ende des Jahrzehnts einen vollständigen Finanzkollaps und eine erzwungene monetäre Neuausrichtung erleben werden. Stansberry führt dies auf zwei strukturelle Fehler zurück: das Auseinanderbrechen der Sozialversicherung und die beschleunigte Erosion der Kaufkraft des Dollars. Er stützt seine Vorhersage auf die „Fourth-Turning“-Generationentheorie – ein zyklisches Geschichtsmodell, das alle 80 bis 100 Jahre eine Krisenperiode vorhersagt.

Die Fourth-Turning-These hinter der Prognose

Die Fourth-Turning-Theorie, entwickelt von den Historikern William Strauss und Neil Howe, unterteilt die Geschichte in vier Generationszyklen, die jeweils mit einer Krise enden, die Institutionen umgestaltet. Stansberry argumentiert, dass die USA um 2008 in die vierte Wende eingetreten sind und dass das aktuelle Jahrzehnt den Höhepunkt hervorbringen wird. Seiner Ansicht nach handelt es sich nicht um eine normale Rezession, sondern um das Ende der Finanzordnung der Nachkriegszeit.

Sozialversicherung und Dollar als zwei Zeitbomben

Stansberry weist auf die strukturelle Zahlungsunfähigkeit der Sozialversicherung als Haupttreiber hin. Der Treuhandfonds des Programms wird voraussichtlich Anfang der 2030er Jahre erschöpft sein, doch er glaubt, dass das politische System gezwungen sein wird, viel früher zu handeln – wahrscheinlich durch Gelddrucken, um die Leistungen zu decken. Das, so sagt er, werde den zweiten Treiber beschleunigen: die Abwertung des Dollars. Er argumentiert, dass jahrzehntelange Defizitausgaben die Währung bereits geschwächt haben und dass eine Haushaltskrise eine vollständige Umstrukturierung des Währungssystems erzwingen würde.

Wie eine monetäre Neuausrichtung aussehen könnte

Stansberry liefert keinen detaillierten Bauplan der Neuausrichtung, aber er beschreibt sie als ein Szenario, in dem der Dollar abgewertet oder ersetzt wird, Ersparnisse vernichtet und Schulden effektiv neu strukturiert werden. Er warnt, dass ein solches Ereignis für die meisten Amerikaner traumatisch wäre, insbesondere für diejenigen, die auf feste Einkommen oder Bargeldersparnisse angewiesen sind. Seine Prognose ist keine kurzfristige – er erwartet, dass die Krise bis 2029 gipfelt, was Anlegern ein enges Zeitfenster zur Vorbereitung lässt.

Die Vorhersage hat in Finanzkreisen Aufmerksamkeit erregt, ist jedoch weit entfernt von einer Konsensmeinung. Skeptiker merken an, dass ähnliche Prognosen seit Jahrzehnten gemacht werden, ohne sich zu bewahrheiten. Stansberrys Erfolgsbilanz umfasst sowohl bekannte richtige Vorhersagen – wie den Immobiliencrash 2008 – als auch verfehlte Ziele, wie die Vorhersage von 2016, dass Gold 5.000 Dollar erreichen würde. Ob dieser Zeitplan bis 2029 Bestand hat, hängt von Faktoren ab, die kein Modell vollständig vorhersagen kann: politische Entscheidungen, globale Schocks und die Grenzen der öffentlichen Toleranz gegenüber Inflation.