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US-Dollar-Index durchbricht 100er-Marke, da Iran-Spannungen Ölpreisängste schüren

US-Dollar-Index durchbricht 100er-Marke, da Iran-Spannungen Ölpreisängste schüren

Der US-Dollar-Index ist erstmals seit Wochen wieder über die 100er-Marke gestiegen, angetrieben von den eskalierenden Spannungen mit dem Iran und wachsenden Sorgen über Unterbrechungen der Ölversorgung. Diese Bewegung spiegelt eine Flucht in sichere Anlagen wider, während die geopolitischen Risiken zunehmen und Händler zudem ein mögliches neues Allzeithoch der Ölpreise im Auge haben.

Nachfrage nach sicheren Häfen treibt Dollar nach oben

Der Dollar-Index, der den Greenback gegenüber einem Korb aus sechs Hauptwährungen misst, durchbrach die psychologisch wichtige 100er-Marke, als Anleger angesichts der Unsicherheit Zuflucht suchten. Die Rally erfolgt vor dem Hintergrund verschärfter Rhetorik zwischen Washington und Teheran, ohne dass eine klare Lösung in Sicht ist. Auch die Ölpreise spielen eine Rolle: Die Rohöl-Benchmarks sind stark gestiegen, da die Befürchtung besteht, dass ein Konflikt in der Straße von Hormus einen erheblichen Teil des globalen Angebots unterbrechen könnte.

Höhere Ölpreise belasten in der Regel die Währungen von Nettoimporteuren, aber der Dollar profitiert von seinem Status als wichtigste Reservewährung der Welt. Analysten verweisen auf ein klassisches Risk-off-Umfeld, in dem der Dollar selbst dann steigt, wenn andere Anlagen verkauft werden.

Was der Prognosemarkt über Rohöl sagt

Ein Prognosemarkt beziffert die Wahrscheinlichkeit, dass Rohöl bis zum 30. September ein neues Allzeithoch erreicht, derzeit auf 6,5 %. Das ist eine kleine, aber beachtliche Chance, die die Einschätzung des Marktes widerspiegelt, dass ein großer Angebotsschock die Preise über den bisherigen Rekord treiben könnte. Das aktuelle Allzeithoch für Rohöl wurde 2008 erreicht, als Öl kurzzeitig über 145 Dollar pro Barrel gehandelt wurde.

Die 6,5 % sind keine Prognose, sondern eine aus Echtgeld-Wetten abgeleitete Wahrscheinlichkeit. Sie deuten darauf hin, dass Händler einen realen, wenn auch unwahrscheinlichen Weg zu einem Rekord innerhalb der nächsten Monate sehen. Die Wahrscheinlichkeit ist parallel zum Dollar-Index und den Iran-Schlagzeilen gestiegen.

Ölpreissorgen wirken sich auf die Märkte aus

Über den Dollar hinaus haben die Iran-Spannungen Volatilität in die Aktien- und Anleihemärkte gebracht. Energieaktien sind gestiegen, während Aktien von Fluggesellschaften und Transportunternehmen aufgrund der Aussicht auf höhere Treibstoffkosten gefallen sind. Die Zentralbanken, die bereits mit der Inflation zu kämpfen haben, stehen vor einem neuen Problem, falls die Ölpreise weiter steigen.

Die Stärke des Dollars verkompliziert auch die Aussichten für die Schwellenländer, die oft zu kämpfen haben, wenn der Greenback aufwertet. Länder, die Öl importieren, sind doppelt unter Druck: Sie zahlen mehr für Rohöl und sehen ihre eigenen Währungen gegenüber dem Dollar schwächer werden.

Der Fokus liegt vorerst weiterhin auf Teheran und Washington. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob sich die 6,5 %-Wette des Prognosemarktes auf einen Rohölrekord als weitsichtig erweist oder verblasst, wenn die Spannungen nachlassen.