Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten in dieser Woche Abflüsse von 635,2 Millionen Dollar – der größte Abfluss seit Januar –, während der zugrunde liegende Vermögenswert wieder unter 80.000 Dollar fiel. Die über mehrere Fonds verteilte Verkaufswelle stellt eine deutliche Umkehr zu den stetigen Zuflüssen dar, die einen Großteil des Jahres 2026 geprägt hatten.
Der größte Abfluss seit Januar
Die Daten von Mittwoch zeigten Netto-Rücknahmen in Höhe von insgesamt 635,2 Millionen Dollar bei allen in den USA notierten Bitcoin-ETFs. Das ist der größte tägliche Abfluss seit Ende Januar, als eine ähnliche Gewinnmitnahmewelle den Markt traf. Die Fonds hatten in den letzten Wochen zwar gelegentlich Abflüsse verzeichnet, aber nie in dieser Größenordnung.
Der Exodus war breit angelegt. Mehrere große Emittenten meldeten negative Flüsse, wobei jedoch kein einzelner Fonds mehr als ein Drittel der Gesamtsumme ausmachte. Der Verkaufsdruck konzentrierte sich auf die letzten Handelsstunden, was darauf hindeutet, dass institutionelle Anleger große Blockrücknahmen durchführten.
Warum Anleger sich zurückziehen
Branchenquellen führen die Abflüsse auf zwei Faktoren zurück: Gewinnmitnahmen nach einem starken Lauf zu Jahresbeginn und eine allgemeine Abschwächung der Nachfrage nach Krypto-Exposure. Die Gewinnmitnahme-Erklärung passt – Bitcoin war von seinen Tiefständen im Februar um rund 40 % gestiegen, und viele ETF-Inhaber saßen auf beträchtlichen Gewinnen.
Die schwache Nachfrage ist jedoch das besorgniserregendere Signal. Die Handelsvolumina über ETF-Produkte sind seit drei Wochen rückläufig, und die Abflüsse beschleunigten sich, als der Bitcoin-Kurs wichtige Unterstützungsniveaus nicht halten konnte. Die Kombination deutet darauf hin, dass der Grenzkäufer sich zurückgezogen hat.
Die Abflüsse werden allgemein auf Gewinnmitnahmen und eine allgemeine Abschwächung der Nachfrage nach Krypto-Exposure zurückgeführt. Niemand bei den großen Emittenten hat sich öffentlich dazu geäußert.
Bitcoins Kursentwicklung
Bitcoin fiel am Donnerstag zum ersten Mal seit zwei Wochen unter 80.000 Dollar. Der Rückgang beschleunigte sich, nachdem die ETF-Daten gegen Mittag auf den Terminals eingingen. Zum Handelsschluss notierte BTC knapp über 79.000 Dollar, ein Minus von rund 6 % in der Woche.
Der Kursrückgang und die ETF-Abflüsse verstärken sich gegenseitig. Niedrigere Kurse schrecken neue Käufer ab, was zu weiteren Rücknahmen führt, was den Verkaufsdruck erhöht. Es ist eine Schleife, die es schon einmal gab, zuletzt Ende Januar, als die Abflüsse ebenfalls über 600 Millionen Dollar lagen.
Der Zeitpunkt ist ungünstig. Das breitere makroökonomische Umfeld – Zinsunsicherheit und ein starker Dollar – belastet risikobehaftete Anlagen allgemein.
Ob der Abfluss dieser Woche ein einmaliges Ereignis oder der Beginn einer anhaltenden Rückzugsphase ist, ist die offene Frage. Die nächsten Handelstage werden es zeigen. Sollten die Abflüsse weiterhin über 200 Millionen Dollar pro Tag liegen, könnte das Unterstützungsniveau bei 75.000 Dollar ins Spiel kommen.




