Bitcoin fiel am Freitag auf rund 73.000 USD und erreichte im Tagesverlauf ein Tief von 72.604 USD, bevor er sich leicht auf 73.235 USD erholte. Der Rückgang erfolgte, als erneute US-Militärschläge gegen den Iran eine risikoscheue Reaktion an den Märkten auslösten und die Spot-Bitcoin-ETFs den achten Tag in Folge Nettoabflüsse verzeichneten. Bei dem Ausverkauf wurden Krypto-Positionen im Wert von über 900 Millionen USD liquidiert, die meisten davon überhebliche Long-Positionen.
Iran-Angriffe lösen Risikoaversion aus
Die USA starteten in dieser Woche neue Angriffe auf iranische Ziele, was eine Welle der Risikoaversion auf den globalen Märkten auslöste. Bitcoin blieb davon nicht verschont. Die Korrelation zwischen BTC und dem Nasdaq Composite erreichte 0,96 – einer der höchsten Werte der letzten Monate. Das bedeutet, dass sich der digitale Vermögenswert fast im Gleichschritt mit Technologieaktien bewegt, während Händler in Bargeld oder sichere Häfen flüchten. Der Zeitpunkt ist ungünstig – Bitcoin befindet sich bereits seit zwei Wochen im Abwärtstrend und ist in den letzten 14 Tagen um etwa 8,4 % gefallen.
ETF-Abflüsse beschleunigen sich
Spot-Bitcoin-ETFs verzeichnen nun acht Tage in Folge Nettoabzüge, die sich seit Mitte Mai auf insgesamt über 2 Milliarden USD belaufen. Allein am 27. Mai beliefen sich die Abflüsse auf rund 733 Millionen USD. Das ist eine Menge Geld, das das Produkt verlässt, das eigentlich institutionelle Stabilität bringen sollte. Der anhaltende Verkaufsdruck deutet darauf hin, dass dieselben Institutionen, die Anfang des Jahres massiv eingestiegen sind, jetzt ihre Positionen reduzieren, anstatt den Dip zu kaufen.
Institutioneller Blocktrade verstärkt Druck
Ein massiver Blocktrade verstärkte die Abwärtsdynamik. Am 27. Mai wurde ein gemeldeter institutioneller Blocktrade im Wert von 1,3 Milliarden USD mit rund 29,2 Millionen Anteilen des BlackRock iShares Bitcoin Trust (IBIT) zu etwa 43,16 USD pro Anteil durchgeführt. Dabei wechselte ein riesiger Anteilsblock in einer einzigen Transaktion den Besitzer, was wahrscheinlich zum Verkaufsdruck beigetragen hat, der Bitcoin unter die wichtigsten gleitenden Durchschnitte drückte.
Technisches Bild wird fragil
Bitcoin ist unter seine 20-Tage-, 50-Tage- und 100-Tage-gleitenden Durchschnitte gefallen – ein bärisches technisches Signal. Der 14-Tage-Relative-Stärke-Index liegt bei 34,82, nahe dem überverkauften Bereich. Das könnte auf eine mögliche Erholung hindeuten, doch der entscheidende Level liegt bei 72.650 USD. Sollte diese Unterstützung brechen, könnte der nächste Halt bei 70.000 USD liegen. Das tägliche Handelsvolumen bleibt mit über 44 Milliarden USD hoch, was auf aktive Positionierungen und nicht auf einen vollständigen Marktaustritt hindeutet. Doch bei anhaltenden ETF-Abflüssen und ungelösten geopolitischen Spannungen zeigt der Weg des geringsten Widerstands vorerst nach unten.



