Samsung Securities kauft einen 2%-Anteil an Dunamu – dem Unternehmen hinter der dominierenden südkoreanischen Kryptobörse Upbit – von Tochtergesellschaften von Kakao, dem Technologiekonzern, der die Börse mitgründete. Der Deal hat einen Wert von über 200 Millionen Dollar, wie mit der Transaktion vertraute Personen berichten.
Der Anteilserwerb ist Teil einer größeren Umstrukturierung der Eigentumsverhältnisse von Dunamu. Während die Gesamtsumme der Transaktion mit 408 Millionen Dollar angegeben wurde, entfällt auf den spezifischen Anteil von Samsung Securities ein 2%-Stück im Wert von über 200 Millionen Dollar.
Eine große Wette auf Krypto-Infrastruktur
Samsung Securities, die Brokerage-Sparte des Samsung-Konzerns, befasst sich nicht leichtfertig mit Kryptowährungen. Der Einstieg bei Dunamu verschafft ihr Zugang zur Börse, die den Großteil des südkoreanischen Handelsvolumens mit digitalen Vermögenswerten abwickelt. Für ein traditionelles Finanzunternehmen ist das ein bedeutender Schritt in das Ökosystem – nicht über ein winziges Startup, sondern über den etablierten Marktführer.
Die Tochtergesellschaften von Kakao reduzieren ihre Beteiligung. Das bedeutet nicht, dass der Messaging-Riese sich von Kryptowährungen abwendet; es handelt sich eher um einen teilweisen Ausstieg, der es ihnen ermöglicht, einen Teil des Werts zu realisieren, der seit den Anfängen von Dunamu aufgebaut wurde. Die verbleibenden Kakao-Tochtergesellschaften halten weiterhin einen Anteil an der Börse.
Was der Preis aussagt
Ein 2%-Anteil für 200 Millionen Dollar impliziert eine Bewertung von rund 10 Milliarden Dollar für Dunamu. Das ist eine stattliche Summe für ein Unternehmen, das weitgehend von Handelsvolumina abhängt, die je nach Marktbedingungen stark schwanken können. Aber die Dominanz von Upbit in Korea – sie hat etwa 80 % des lokalen Handels – verschafft Dunamu eine stabile Einnahmequelle, von der die meisten Börsen außerhalb von Binance nur träumen können.
Der Preis spiegelt auch die Prämie wider, die Anleger für regulierte Börsen in ihrem Heimatmarkt zahlen. Dunamu hat sich durch Südkoreas strenges Lizenzierungssystem und die Anforderungen an reale Namenskonten navigiert – eine Hürde, die viele kleinere Akteure ausgeschlossen hat.
Was nun passiert
Der Deal benötigt noch die regulatorische Genehmigung, wahrscheinlich von der südkoreanischen Finanzaufsicht (Financial Services Commission). Da Samsung Securities ein lokales Finanzunternehmen ist und der Anteil unter 5 % liegt, wird eine Genehmigung erwartet, ist aber nicht garantiert – die FSC hat die Überwachung von Krypto-bezogenen Investitionen traditioneller Institute verschärft.
In den kommenden Wochen ist mit einer offiziellen Einreichung von Samsung Securities zu rechnen. Sollte der Deal durchgehen, wird Samsung zu den bedeutenderen strategischen Investoren von Dunamu gehören, neben Kakao und einer Handvoll Risikokapitalfonds. Das ist die Art von Gütesiegel, die zählt, wenn Regulierungsbehörden und institutionelle Anleger zusehen.



