Bitcoin rutschte am Freitag unter 77.000 $ ab und weitete damit seinen jüngsten Rückgang aus, obwohl der Dow Jones Industrial Average auf ein neues Allzeithoch durchbrach. Diese Divergenz erregte die Aufmerksamkeit der Händler, von denen viele auf die nachlassende Nachfrage von US-Käufern als Ursache für den jüngsten Kursrutsch der Kryptowährung hinweisen.
Dow steigt, Bitcoin stagniert
Die Rallye des Dow zu einem Rekordschlussstand erfolgte vor dem Hintergrund starker Konsumausgaben und Unternehmensgewinne, was die Erzählung untermauert, dass die US-Wirtschaft widerstandsfähig bleibt. Bitcoin hatte in den letzten Wochen hingegen Mühe, sich über der Marke von 80.000 $ zu halten. Der Rückgang am Freitag unter 77.000 $ markiert das erste Mal seit Mitte April, dass die Kryptowährung so niedrig gehandelt wurde.
Der Gegensatz ist eklatant. Aktien reiten auf einer Welle des Optimismus, während digitale Vermögenswerte unter die Räder kommen. Händler sagen, es sei keine breite Risikoaversion – es sei kryptospezifisch.
Schwache US-Nachfrage identifiziert
Mehrere Händler im Handelssaal führten verhaltene Auftragsflüsse von US-amerikanischen Institutionen als Schlüsselfaktor an. Der übliche Kaufdruck, der einem Dow-Rekord folgt, ist für Bitcoin einfach ausgeblieben. „Es gibt derzeit einfach keine Dringlichkeit von US-Käufern“, sagte ein Händler unter der Bedingung der Anonymität. Ein anderer merkte an, dass die Zuflüsse von Stablecoins an Börsen seit Wochen flach seien, was auf begrenztes neues Kapital von amerikanischen Konten hindeute.
Die Verlangsamung ist nicht neu – sie baut sich seit Ende April auf –, aber die Preisentwicklung am Freitag rückte sie noch stärker in den Fokus. Ohne US-Nachfrage fehlt dem Markt ein entscheidender Antrieb.
Worauf Händler als Nächstes achten
Da Bitcoin nun unter 77.000 $ liegt, richtet sich die Aufmerksamkeit darauf, ob das Niveau schnell zurückerobert werden kann. Ein anhaltender Durchbruch nach unten könnte die Tür zu den niedrigen 70.000 $ öffnen, obwohl niemand einen Crash vorhersagt. Das breitere makroökonomische Umfeld – für später im Jahr erwartete Zinssenkungen – stützt risikoreiche Anlagen mittelfristig weiterhin.
Vorerst liegt die Verantwortung bei den US-Käufern, wieder einzusteigen. Tun sie das nicht, wird sich die Kluft zwischen der Party an der Wall Street und dem Kater der Kryptowelt nur noch vergrößern.




