SEC-Kommissarin Hester Peirce hat diese Woche den Anwendungsbereich ihrer vorgeschlagenen Innovationsausnahme für tokenisierte Aktien eingeschränkt und synthetische Instrumente explizit ausgeschlossen. Der Rahmen umfasst jetzt nur noch digitale Darstellungen von echten Aktienanteilen, die Anleger bereits auf dem Sekundärmarkt kaufen können – keine derivativen Verpackungen, die wirtschaftliche Risiken nachbilden. Der Schritt verschärft das bereits vorsichtige Pilotprojekt und erfolgt, während SEC-Vorsitzender Paul Atkins den breiteren Project Crypto-Rahmen finalisiert.
Was Peirce auf X sagte
Peirce stellte auf X klar, dass die Ausnahme für tokenisierte Aktien nur für börsennotierte Aktien gilt, nicht für synthetische Token. Sie bezog sich auf die SEC-Stellungnahme vom Januar zur Tokenisierung, die eine Grenze zwischen emittentengestützten Token und Verwahrungshüllen einerseits und synthetischen Instrumenten andererseits zieht. Ihr Beitrag machte jegliche Unklarheiten zunichte. Politikteams und Tokenisierungsfirmen verbrachten den Morgen damit, ihre genaue Wortwahl zu analysieren, so Alex Thorn von Galaxy Research, der auf branchenweite Verwirrung über die Wortwahl hinwies.
Warum synthetische Token wichtig sind
Synthetische tokenisierte Aktien bieten Inhabern wirtschaftliche Risiken ohne direktes Eigentum. Sie haben in der Regel keine Stimmrechte oder Dividenden und sind mit Kontrahentenrisiken verbunden. In DeFi sind sie jedoch beliebt, da sie keine Zusammenarbeit mit Emittenten oder Broker-Dealer-Verwahrung erfordern. Viele DeFi-native Plattformen nutzen sie, um schneller zu starten und komponierbar zu bleiben. Peirces Rahmen bevorzugt vollständig gedeckte Tokenisierung – jeder Token durch eine echte, in Verwahrung gehaltene Aktie gedeckt – gegenüber diesen derivativen Produkten.
Branchenreaktion: Die Sprache entschlüsseln
Branchenteams verbrachten Stunden damit, Peirces Sprache zu entwirren. Ihr Ansatz ähnelt ihrem früheren Vorschlag für eine Sandbox für digitale Wertpapiere, der kontrollierte Experimente über breite Deregulierung stellte. Derzeit sieht die Ausnahme wie ein enges Pilotprojekt für traditionelle verwahrte Tokenisierung aus, nicht wie ein grünes Licht für die synthetischen Hüllen, die einen Großteil des On-Chain-Aktienhandels antreiben. Das ist eine Enttäuschung für Plattformen, die gehofft hatten, dass die SEC die Tür weiter öffnen würde.
Die Klarstellung erfolgt, während Vorsitzender Atkins sich darauf vorbereitet, Project Crypto, die größere regulatorische Neuausrichtung der Behörde, zu starten. Peirces engere Ausnahme deutet darauf hin, dass die SEC bei tokenisierten Aktien schrittweise vorgehen wird, beginnend mit der sichersten Struktur und synthetische Instrumente für später – oder für eine ganz andere Regelung – zurückstellend. Die ungelöste Frage: Wie werden DeFi-Plattformen, die auf synthetische Produkte angewiesen sind, sich anpassen, während Atkins den breiteren Rahmen finalisiert?




