Die US-amerikanische Commodity Futures Trading Commission (CFTC) erklärt nun, dass ihr Durchsetzungsverfahren gegen die Kryptowährungsbörse Gemini nach aktuellen Standards niemals hätte eingeleitet werden dürfen. Die Behörde hat sich Gemini angeschlossen und beantragt bei einem Bundesgericht die Aufhebung der verbleibenden Vergleichsauflagen, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht.
Fall bereits beigelegt, Strafen gezahlt
Die Geldstrafen aus der ursprünglichen Maßnahme wurden bereits beglichen. Somit bleiben nur noch die ausstehenden Auflagen – wahrscheinlich Berichts- oder Compliance-Pflichten – als letzter Teil des Verfahrens übrig. Die Kehrtwende der CFTC ist ein seltenes Eingeständnis einer Regulierungsbehörde, dass eine frühere Durchsetzungsmaßnahme nicht mit ihren eigenen sich weiterentwickelnden Richtlinien übereinstimmt.
Ein Wandel in der Durchsetzungsphilosophie
Die CFTC hat nicht nur zugestimmt, die verbleibenden Auflagen fallen zu lassen. Sie hat ausdrücklich erklärt, dass der Fall gegen Gemini unter den jetzt geltenden Durchsetzungsstandards nie hätte eingereicht werden dürfen. Das ist eine bedeutende Verschiebung. Es deutet darauf hin, dass die CFTC überdenkt, wie sie ihre Regeln auf Krypto-Unternehmen anwendet – insbesondere in Bezug auf die Frage, ob ein Unternehmen bewusst gegen das Gesetz verstoßen hat oder sich lediglich nicht ordnungsgemäß registriert hat.
Für Gemini ist dieser Schritt ein großer Erfolg. Die Börse hatte jahrelang gegen den Fall gekämpft. Nun hat sie die Regulierungsbehörde auf ihrer Seite, die das Gericht bittet, die letzten Konsequenzen zu beseitigen.
Was das Gericht tun soll
Beide Parteien fordern das Gericht auf, die verbleibenden Vergleichsbedingungen aufzuheben. Falls dem stattgegeben wird, wäre Gemini von allen laufenden Verpflichtungen im Zusammenhang mit dem Fall befreit. Das Gericht hat noch nicht entschieden. Eine Entscheidung könnte in Wochen fallen.
Die grundsätzliche Frage ist, ob dies eine mildere Linie der CFTC bei der Durchsetzung von Krypto-Regeln insgesamt signalisiert. Die Behörde steht unter Druck, klarere Regeln für digitale Vermögenswerte zu schaffen. Dieser Fall – in dem die Regulierungsbehörde selbst zugibt, zu weit gegangen zu sein – könnte ein Zeichen dafür sein, dass die CFTC zuhört.




