EDGE, das native Token des edgeX-Protokolls, erreichte am 1. Juni ein Allzeittief von etwa 0,40 US-Dollar – weniger als zwei Wochen nach einem Höchststand von 1,54 US-Dollar. Der Absturz vernichtete innerhalb eines Tages rund 51 % des Tokenwerts und löste Liquidierungen in Höhe von mehr als 6,2 Millionen US-Dollar auf Binance, Bybit und OKX aus, wie aus einer GFdaily-Report zitierten Daten hervorgeht.
Was die On-Chain-Daten zeigen
Die Preisbewegung war alles andere als subtil. Die Volatilität erreichte am Tag des Zusammenbruchs nahezu 75 %. Die Liquidierungen – hauptsächlich Long-Positionen im Wert von etwa 4,84 Millionen US-Dollar – betrafen mindestens 3.840 Trader. Die Konzentration der Schäden auf drei große Börsen deutet auf eine koordinierte Abwicklung hin, obwohl der genaue Auslöser umstritten bleibt.
ZachXBT wirft Vorwürfe vor
Der On-Chain-Forscher ZachXBT beschuldigte edgeX öffentlich der Insider-Manipulation. Er argumentierte, dass das EDGE-Angebot scheinbar von einer kleinen Gruppe von Wallets kontrolliert werde, wobei die geringe umlaufende Menge den Token ungewöhnlich leicht zu verkaufen mache. In einer Reihe von Beiträgen forderte er edgeX auf, seine Kontrahenten und Market-Maker-Verträge offenzulegen und spottete über die Behauptung des Teams, eine interne Untersuchung durchzuführen.
edgeX wehrt sich
EdgeX bestritt, dass das Protokoll kompromittiert wurde. In einer Erklärung – die nicht auf eine bestimmte Person zurückgeführt wurde – erklärte das Team, das Ereignis sei „kein Hack, keine Ausnutzung oder Sicherheitslücke“ und deutete auf gezielte externe Marktmanipulation hin. Das Team nannte keinen mutmaßlichen Manipulator und legte auch keine Beweise für Fehlverhalten durch einen externen Akteur vor. Der Austausch von Vorwürfen bleibt einseitig: ZachXBT fordert vollständige Transparenz; edgeX hat keine Market-Maker-Verträge oder Wallet-Offenlegungen veröffentlicht.
Der größere Kontext
Der EDGE-Absturz ereignete sich vor dem Hintergrund einer Reihe von Krypto-Exploits in diesem Frühjahr. DxSale verlor 7,3 Millionen US-Dollar, die Verus-Bridge wurde um 11 Millionen US-Dollar geplündert und TrustedVolumes verzeichnete einen Verlust von knapp 6 Millionen US-Dollar. Obwohl der edgeX-Vorfall dasselbe Marktbeschädigungsmuster aufweist – plötzlich, schwerwiegend und kostspielig – betont das Protokoll, dass der Mechanismus ein anderer sei: keine Code-Ausnutzung, sondern ein Marktangriff.
Dennoch ist der Zeitpunkt für edgeX ungünstig. Der schnelle Zusammenbruch des Tokens und das konzentrierte Liquidierungsmuster werfen Fragen auf, die die vage Dementi des Teams nicht beruhigt hat. Die Öffentlichkeit wartet nun darauf, ob edgeX Dokumente vorlegen wird, um seine Behauptung zu stützen – oder ob ZachXBT, der bereits mehrfach unseriöse Akteure aufgedeckt hat, weitere Beweise liefern wird.




