Loading market data...

Kryptoindustrie sendet gemeinsamen Brief an den Senatsausschuss für Banken und fordert Fortschritt des Clarity Act

Kryptoindustrie sendet gemeinsamen Brief an den Senatsausschuss für Banken und fordert Fortschritt des Clarity Act

Zusammenfassung

Am 23. April reichte eine Koalition von über 100 Krypto‑Unternehmen und Branchenverbänden einen gemeinsamen Brief beim US‑Senatsausschuss für Banken ein. Der Brief, verfasst vom Crypto Council for Innovation und der Blockchain Association, fordert ein rasches Vorantreiben des vorgeschlagenen „Clarity Act“, eines bundesweiten Rahmens, der die Zuständigkeitsgrenzen zwischen der SEC und der CFTC festlegen und klare Regeln für die Klassifizierung, den Handel und die Offenlegung digitaler Vermögenswerte schaffen soll.

Was passiert ist

Die Koalition richtete den Brief an den Ausschussvorsitzenden Tim Scott, das ranghöchste Mitglied Elizabeth Warren, die Unterausschussvorsitzende Cynthia Lummis und das ranghöchste Mitglied Ruben Gallego. Unterzeichner sind unter anderem große Akteure wie Coinbase, Ripple, Kraken und Circle sowie eine Reihe von Venture‑Firmen und Entwickler‑Organisationen. Das Schreiben fordert den Kongress auf, klare Standards für die Klassifizierung, den Handel, die Offenlegung und den Schutz von Entwicklern nicht‑custodialer Technologien zu kodifizieren.

Zusätzlich zur Kernforderung hebt der Brief die Notwendigkeit hervor, Verbraucher‑Belohnungen, die an Zahlungs‑Stablecoins gebunden sind, zu erhalten und Offenlegungsregime, die auf blockchain‑basierte Assets zugeschnitten sind, zu vereinfachen. Er warnt, dass ein fragmentierter Staat‑für‑Staat‑Ansatz die Wettbewerbsfähigkeit der USA untergraben würde und nennt die MiCA‑Regulierung der Europäischen Union als Maßstab für rechtliche Sicherheit.

Hintergrund / Kontext

Branchenführer beschreiben das aktuelle regulatorische Klima in den USA als „Regulierung durch Durchsetzung“. Kürzliche Klagen sowohl der SEC als auch der CFTC haben ein Klima der Unsicherheit geschaffen, das Innovation und Kapitalbildung behindert. Der „Clarity Act“ soll dies lösen, indem er einen umfassenden Bundesrahmen etabliert, der die Zuständigkeitsaufteilung zwischen den beiden Behörden klar definiert.

Ji Hun Kim, CEO des Crypto Council for Innovation, bezeichnete den Moment als „kritisch“ für die Gestaltung der FinTech‑Politik in den Vereinigten Staaten. Er verwies auf parteiübergreifende Vorarbeiten wie den GENIUS Act, der sich auf Stablecoins konzentriert, als Hinweis darauf, dass Gesetzgeber beginnen, die besonderen Herausforderungen des Sektors anzugehen.

Der Treasury‑Beamte Scott Bessent, der bei einer Anhörung zum FY2027‑Haushalt von Präsident Trump sprach, unterstrich die Dringlichkeit. Er positionierte digitale Assets sowohl als Wirtschaftswachstums‑Motor als auch als Priorität der nationalen Sicherheit und betonte die Notwendigkeit einer robusten AML/KYC‑Aufsicht neben klaren regulatorischen Vorgaben.

Reaktionen

Der Brief der Koalition spiegelt eine einheitliche Stimme der Branche wider, die Börsen, Zahlungsanbieter, Risikokapitalgeber und Entwicklergruppen umfasst. Durch die Nennung sowohl der Führung des Senatsausschusses für Banken als auch der konkreten Gesetzesvorschläge wollen die Unterzeichner das Gespräch von abstrakten Diskussionen zu umsetzbarer Politik bewegen.

Obwohl der Senatsausschuss für Banken noch keinen Termin für die Aussprache zum Clarity Act festgelegt hat, unterstreicht der Brief die Ungeduld der Branche gegenüber dem Stillstand. Konkurrenzvorschläge – der Digital Asset Market Clarity Act und der Digital Commodity Intermediaries Act – bleiben bislang unvereinigt und fügen eine weitere Ebene legislativer Komplexität hinzu.

Scott Bessents Äußerungen verliehen den Forderungen der Koalition zusätzliches Gewicht und positionierten das Treasury als Verbündeten bei der Durchsetzung eines kohärenten Bundesansatzes. Seine Betonung von AML/KYC stimmt mit breiteren Bedenken zur nationalen Sicherheit überein und legt nahe, dass ein klares Regime sowohl wirtschaftliche als auch sicherheitsrelevante Ziele erfüllen könnte.

Was es bedeutet

Würde der Clarity Act verabschiedet, würde er das derzeitige Flickwerk aus staatlichen Regelungen und ad‑hoc‑Durchsetzungsmaßnahmen durch ein einheitliches, vorhersehbares Regelwerk ersetzen. Klare Zuständigkeitsgrenzen würden das Risiko widersprüchlicher Klagen mindern und Unternehmen ermöglichen, Ressourcen eher in die Produktentwicklung als in die Rechtsverteidigung zu stecken.

Der Brief warnt, dass anhaltende Unsicherheit Krypto‑Innovation und Kapital ins Ausland treiben könnte, wodurch die Position der USA als globales FinTech‑Zentrum erodiert. Durch den Verweis auf MiCA signalisiert die Koalition, dass Wettbewerber bereits mit umfassenden Rahmenwerken voranschreiten und Projekte anziehen könnten, die sonst den US‑Markt gewählt hätten.

Darüber hinaus spiegelt der Fokus auf den Schutz von Entwicklern nicht‑custodialer Technologien und die Bewahrung von Verbraucher‑Belohnungen, die an Stablecoins gebunden sind, ein breiteres Anliegen wider, dass regulatorische Überdehnung die Open‑Source‑Ethik, die einen Großteil des Blockchain‑Ökosystems untermauert, ersticken könnte.

Was als Nächstes passiert

Der nächste kritische Schritt ist die Aussprache des Senatsausschusses für Banken zum Clarity Act. Obwohl der Ausschuss noch kein Datum festgelegt hat, erwarten Branchenführer, dass der Druck zunimmt, sobald die FY2027‑Haushaltsanhörung abgeschlossen ist und das Treasury seine Unterstützung für klare Regeln bekräftigt.

Gleichzeitig müssen Gesetzgeber die konkur