Michael Saylor, Executive Chairman von Strategy (ehemals MicroStrategy), hat sich mit einer 110-Punkte-Argumentation vehement gegen den Bitcoin-Vorschlag BIP-110 ausgesprochen. Der Vorschlag würde einen temporären Soft Fork einführen, der bestimmte Arbiträrdaten und Skriptnutzungen auf Konsensebene einschränkt. Stand 20. Juli signalisieren lediglich 0,89 % der Miner – 11 von 1.236 Blöcken – Unterstützung, weit unter der für eine frühe Verankerung nötigen Schwelle von 55 %.
Saylors 110-Punkte-Argumentation
Saylor argumentiert, dass der Vorschlag gefährlicher sei als das Problem, das er lösen soll. Die Ungültigmachung aktuell gültiger, gebührenpflichtiger Transaktionen schaffe einen gefährlichen Präzedenzfall und könne zu einer Spaltung der Blockchain führen. Die temporären Regeln würden 52.416 Blöcke (etwa ein Jahr) nach Aktivierung gelten, wobei Transaktionen mit UTXOs, die vor dem Fork erstellt wurden, ausgenommen sind. Doch Saylor warnt: Der erzwungene Weg des Vorschlags könnte die Netzwerkeinheit gefährden.
Miner-Signalisierung und die tickende Uhr
Die aktuelle Schwierigkeitsperiode endet etwa bei Block 959.615 und kann die frühe Verankerung nicht erreichen. Die nächste Periode (Blöcke 959.616 bis 961.631) ist die letzte Chance für Miner, BIP-110 frühzeitig zu verankern. Scheitert dies, tritt ein erzwungenes Signalisierungsfenster vom 8. August bis 22. August 2026 in Kraft, mit einer erzwungenen Verankerung um Block 963.648 (etwa 5. September).
Risiko eines Chain-Splits
Börsen, Wallet-Entwickler und Node-Betreiber stehen vor der Entscheidung, ob sie die Änderungen unterstützen. Sollte BIP-110 ohne breite Miner-Unterstützung aktiviert werden, droht ein Chain-Split – zwei konkurrierende Versionen der Bitcoin-Blockchain. Jameson Lopp berichtet zudem von Bedenken, dass eine plötzliche Welle von BIP-110-Signalisierungen künstlich sein könnte, was die ohnehin niedrigen Zahlen noch schwerer interpretierbar macht.
Wie geht es weiter?
Die nächste Schwierigkeitsperiode ist die letzte Chance für Miner, BIP-110 frühzeitig zu verankern. Scheitert dies, beginnt am 8. August das erzwungene Signalisierungsfenster, mit einer Aktivierung um den 5. September. Die Frage bleibt: Wird das Netzwerk einen Split vermeiden oder steht Bitcoin vor einer Zerreißprobe?



