OKX verhandelt mit Korea Investment & Securities über den Erwerb eines Anteils von rund 20 % an Coinone, einer von fünf lizenzierten Krypto-Börsen in Südkorea. Sollte der Deal zustande kommen, wäre es das erste Mal, dass ein großer globaler Akteur einen direkten Fuß in den stark regulierten digitalen Vermögensmarkt von Seoul fassen würde – einen Markt, der seit langem unter strengen Kapitalkontrollen und einem Verbot ausländischer Börsenbeteiligungen operiert.
Warum Coinone
Coinone ist eine von nur wenigen Börsen in Südkorea, die sowohl eine Partnerschaft für ein echtes Namenskonto mit einer lokalen Bank als auch eine Zertifizierung der Korea Internet & Security Agency (KISA) besitzen – Anforderungen, die ausländische Plattformen faktisch ausschließen. Die Börse hat Mühe, mit Upbit und Bithumb im Handelsvolumen Schritt zu halten, bleibt aber ein gangbarer Einstiegspunkt. Ein Anteil von 20 % würde OKX einen Sitz im Vorstand und ein Mitspracherecht bei den Geschäften geben, ohne die direkten Eigentumsbeschränkungen auszulösen, die für ausländische Unternehmen gelten.
Südkoreas sich verändernde regulatorische Landschaft
Seoul hat in diesem Jahr seine Krypto-Regeln überdacht. Die Financial Services Commission signalisierte Anfang 2026, dass sie einige der strengeren Kapitalverkehrsbeschränkungen lockern könnte, die den lokalen Markt isoliert haben. Diese Verschiebung – zusammen mit dem Bestreben der Regierung, institutionelles Kapital anzuziehen – macht den Zeitpunkt für OKX günstig. Die Börse sucht seit mehr als einem Jahr nach einem konformen Weg in die drittgrößte Krypto-Volkswirtschaft Asiens.
Die Gespräche sind noch vorläufig, und ein Geschäft müsste von der Financial Services Commission und der Korea Financial Intelligence Unit genehmigt werden. Korea Investment & Securities, eine Brokerage-Tochter der Korea Investment Holdings Group, würde als Investmentvehikel fungieren. Ein Zeitplan wurde nicht festgelegt. Die entscheidende Frage ist, ob die Regulierungsbehörden einer ausländisch verbundenen Einrichtung den Besitz eines Anteils an einer lizenzierten koreanischen Börse genehmigen werden – etwas, das sie noch nie zuvor erlaubt haben.



